Nein, Carola Rackete ist nicht wie Oskar Schindler!

Die Gleichsetzung mit den „Seawatch“-Aktivisten würdigt die Judenretter der Nazi-Zeit herab.

Carola Rackete© Andreas SOLARO, AFP

Von Peter Sichrovsky

In einem Kommentar in der Tageszeitung „Der Standard“ verglich die Autorin/Journalistin Carola Rackete, die Frau Kapitänin des Schiffes, das Zuwanderer nach Italien brachte und damit etliche italienische Gesetze verletzte, mit dem Mut jener, die während der NS-Zeit verfolgte Juden versteckten. Der Vergleich wurde dann so begründet, dass es Situationen gäbe, die es notwendig machen, eine gesetzliche Bestimmung zu ignorieren, um damit Leben zu retten.

Ich will mir hier nicht die Mühe machen und auf die mindestens ein Dutzend Widersprüche dieser Schiffs-Reise nach Italien einzugehen, das wurde in zahlreichen Analysen und Kommentaren sowohl in konservativen Zeitungen wie „Die Welt“ als auch in linken wie der „taz“ eher kritisch diskutiert. Ob nun die Tochter aus wohlhabendem Haus vielleicht ihr Vermögen besser lokal investiert hätte, zum Beispiel um in Afrika Arbeitsplätze zu schaffen, oder ob es gescheit war, die vorwiegend jungen Männer nach Italien zu bringen, wer weiß das schon, und je nach politischer Positionierung wird das eine oder andere Argument bevorzugt, weil es eben für die einen oder anderen glaubhaft ist – oder eben nicht.

Doch darum geht es hier nicht. Es geht wiedermal um das verdammte Vergleichen, um falsche Symbole, die benutzt werden, um das eigene Argument zu unterstützen oder deutlich zu machen. Es geht um Metaphern, die sich von der ursprünglichen Beschreibung einer Situation lösen mit einem völlig neuen Bild, und das Ursprüngliche ersetzen, gleichzeitig verstärken und die Leser beeindrucken sollen.

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