Vor 40 Jahren: Be‘er Schewa erinnert an den historischen Besuch Anwar As-Sadats

Im Mai 1979 traf der damalige ägyptische Präsident in der Wüstenhauptstadt den israelischen Ministerpräsident Menachem Begin.

Der ägyptische Präsident Anwar Sadat und der israelische Ministerpräsident Menachem Begin verstanden sich offenbar gut.© IPPA, AFP

Von Israelnetz

Die Stadt Be‘er Schewa erinnerte kürzlich an ein besonderes Ereignis: Vor 40 Jahren war der damalige ägyptische Präsident Anwar al-Sadat zu Gast in der Stadt am Rande der Negevwüste. Nach dem Abschluss des Friedensvertrags zwischen Ägypten und Israel stand die Unterzeichnung weiterer regionaler Abkommen auf dem Plan. Weil Sadat gerne den Abrahams-Brunnen in Be‘er Schewa besuchen wollte, fand ein Treffen dort statt.

Be‘er Schewa bedeutet „Brunnen der Sieben“ oder „Brunnen des Schwurs“. Der Erzvater Abraham hatte laut biblischer Überlieferung (1. Mose 21,22 ff) dort eine Vereinbarung mit Abimelech, dem Philister-König von Gerar, über die Nutzung eines Brunnens geschlossen. Sadats Wunsch sei es gewesen, gerade an diesem Ort ein weiteres Friedensabkommen zu unterzeichnen.

Für Be‘er Schewa war es der bis dahin höchstrangige Besuch von Politikern überhaupt: Sadat kam zusammen mit seinem Vizepräsidenten Hosni Mubarak, der später selbst Präsident wurde. Zudem beteiligten sich an dem Treffen Israels Premier Menachem Begin und Staatspräsident Jitzhak Navon sowie der US-amerikanische Außenminister Cyrus Vance.

Be‘er Schewa unter Bürgermeister Elijahu Nawi hatte 1979 nur eine Woche Zeit, um sich auf den Besuch am 27. Mai vorzubereiten. Die Stadt wurde von Müll gereinigt. Schulen veranstalteten einen Wettbewerb, bei dem Schüler Sadat und Begin zeichnen sollten. Das schönste Porträt wurde dann den Präsidenten überreicht. Ein Bekleidungsgeschäft verschenkte zu jedem Kauf eine ägyptische Flagge.

Ägyptische Kriegsgefangene in Israel

Eine Mitarbeiterin der Stadthalle, Jael Bracha, sprach 40 Jahre nach dem Besuch mit der Tageszeitung „Yediot Aharonot“: „Wir erinnerten uns immer noch an unsere Kriege mit Ägypten. Während des Sechs-Tage-Krieges 1967 befanden sich 2.000 bis 3.000 ägyptische Gefangene in der Nähe meines Hauses in Be‘er Schewa. Wir Kinder sind nach der Schule dorthin gegangen, um sie zu sehen. Wir haben ihnen Wasser und Kleinigkeiten zum Essen gegeben und ein bisschen auf Arabisch gesprochen.“ Die Gefangenen seien nett gewesen, erzählte Bracha. „Dann wurden sie nach Hause, nach Ägypten geschickt. Und als Sadat kam, war es, als schließe sich der Kreis.“

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