Jetzt erst recht! – Der falsche deutsche Zungenschlag in der neuen Kippa-Debatte

Der US-Botschafter Grenell widerspricht der mutlosen Empfehlung des Antisemitismus-Beauftragten der Bundesregierung, die Kippa nicht mehr in bestimmten Teilen der Öffentlichkeit zu tragen.

Der amerikanische Botschafter in Deutschland, Richard Grenell© Odd ANDERSEN, AFP

Von Dr. Rafael Korenzecher

Jeder, der seine Augen nicht vorsätzlich vor den Fakten verschließt, hat es längst mit Abscheu zur Kenntnis genommen und die JÜDISCHE RUNDSCHAU sowie der Verfasser dieses Beitrags haben es in zahlreichen Beiträgen seit Jahren angeprangert:

„Nur knapp 75 Jahre nach dem Ende der Schoah sind für Juden in Deutschland längst schon wieder schnell an Ausdehnung zunehmende No-Go-Areas und eine deutlich wachsende Verunmöglichung eines würdigen jüdischen Lebens ohne jedes demütigende Identitäts-Mimikry trauriger und beschämender Alltag geworden. Sowohl hierzulande als auch in weiten Teilen Westeuropas, drängt sich die bange Frage auf, ob unsere Politik die richtigen Lehren aus der Geschichte gezogen hat.“

(Dr. Rafael Korenzecher in JÜDISCHE RUNDSCHAU Dezember 2018)

Kritik und Entrüstung sind geradezu euphemistische Umschreibungen für die teilweise erheblich enthemmten Angriffe, denen wir daraufhin von Anhängern unserer verantwortungslosen Regierungspolitik ausgesetzt waren.

Nun ist auch der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung aufgewacht und hat kritisiert, dass es in Deutschland – wenn auch bisher nur teilweise – No‐Go‐Areas für Juden gibt. Er habe seine Meinung in dieser Sache im Vergleich zu früher leider ändern müssen, sagte er und stellte gleichzeitig verhalten und immer noch erheblich hinter dem ganzen Ausmaß des Desasters zurückbleibend fest, dass es in Deutschland an manchen Orten nach sich ziehen kann, angefeindet zu werden und gefährdet zu sein, wenn man äußerlich als Jude erkennbar ist.

Zwischen Armlänge und Kippa-Verstecken

So weit, so schlecht könnte man sagen – späte Einsicht ist auch eine Einsicht. Wäre da nicht die nahezu vollständige Ausblendung, wenn nicht gar Pervertierung der quantitativ hauptsächlichen Ursache für den sprunghaft angestiegenen gewalttätigen Judenhass des letzten Jahrzehnts und wäre da nicht die fatale, dem seinerzeitigen Armlängenvorschlag der Kölner Bürgermeisterin nicht unähnliche Schlussfolgerung, die der Beauftragte unserer so wunderbar judenfreundlichen Regierung aus dieser sehr späten Erkenntnis gezogen hat:

„Ich kann Juden nicht empfehlen, jederzeit überall in Deutschland die Kippa zu tragen. Das muss ich leider so sagen“, verkündete Felix Klein den Zeitungen der Funke Mediengruppe und bekräftigte damit ebensolche frühere Aussagen des offensichtlich ebenfalls von allen guten Geistern verlassenen Merkel- und Steinmeier-Sympathisanten und Vorsitzenden des Zentralrats der Juden, Dr. Josef Schuster.

Dieser ungeheuerliche Bruch unseres rechtstaatlichen Verständnisses macht jeden aufrechten Demokraten und jeden ehrlichen Anhänger unseres gerade für sein 70-jähriges Bestehen auch von unseren weit nach links abgedrifteten politischen Strukturauflösern der freiheitlich-demokratischen Grundordnung dieses Landes lautstark und geheuchelt gefeierten Grundgesetzes wütend und fassungslos:

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