Auch nach dem Ende des Klima-Hypes bleibt uns die Islam-Bedrohung erhalten

In Deutschland und Europa lenkt der Klimawahn von den wirklichen Problemen des Kontinents ab.

Aktivisten, die sich an den letzten Öko-Hype der 1980er Jahre offenbar nicht erinnern können.© SASCHA SCHUERMANN, AFP

Von Jaklin Chatschadorian

Wir leben in gefährlichen Zeiten. Nicht nur, dass man sich vor eindeutig Bösem fürchten muss. Vor allem muss man sich vor jenen Akteuren, die sich ausdrücklich dem Guten und Schönen verschrieben haben wollen, in Acht nehmen.

Wir wollen mit dem Weltfrieden die Fluchtursachen bekämpfen, Rassismus ausmerzen und mit dem Klimakampf die Welt retten, während wir jedes Lebewesen nach seinem CO2-Aussstoß bewerten, statt der Schöpfung Gottes respektive den zufälligen Ergebnissen des Urknalls Respekt zu erweisen, indem wir uns an ihnen erfreuen. Nicht nur, dass diese hehren Absichten unrealistisch sind. Sie sind schlichtweg Kulisse für negative Ergebnisse politischer Entscheidungen.

Das Waldsterben blieb aus

Dabei ist der Wille, Natur und Umwelt durch achtsames Handeln zu schützen, nicht einmal neu. Anfang der 1980er Jahre glaubte man, bald keine Luft zum Atmen zu haben, wenn man nicht das Waldsterben verhindere. Die von Umweltschützern prophezeite Apokalypse blieb zwar aus. Aber vor allem für die Partei der Grünen funktioniert diese Art der angstgetriebenen Politik bis heute hervorragend.

Zugegeben, False-Flag-Operationen sind nicht neu und reichen bis in die Zeit der Seefahrt zurück. Allerdings hat die Regel, die wahre Absicht durch das rechtzeitige Hissen der richtigen Flagge vor Beginn der Kampfhandlung, an Bedeutung verloren. Der Betrug wird aufrechterhalten und gefeiert bis alle, fast zufällig, an einem Strang ziehen. So wird nicht nur die Tarnung zwecks Gewinnmaximierung zementiert. Vielmehr geht das ursprüngliche Vorhaben eines oder mehrerer Akteure in eine globale Bewegung über, es werden kräftezehrende Nebenschauplätze erschaffen und die Verantwortlichen haben die Gelegenheit, sich jeder persönlichen Konsequenz zu entziehen. Im Ergebnis beobachten wir eine Absurdität nach der anderen auf dem politischen Parkett und erschrecken nicht einmal, wenn die Polizei feststellt, dass das Plädoyer zur Vernichtung Israels, der Al-Quds-Tag, friedlich verlaufen sei.

Merkel wird in Harvard dafür ausgezeichnet, dass sie es nicht schafft

So wird die deutsche Kanzlerin mit einem Ehrendoktor-Titel der renommierten Harvard-Universität ausgezeichnet; nicht für ihr Talent, an der Macht zu bleiben, sondern für ihren Slogan „Wir schaffen das.“ Wehe dem, der fragt, wem der Zuspruch gilt, geschweige denn, aufzeigt, dass wir es nun wirklich nicht geschafft haben. Gekrönt wird dieses Lustspiel mit einer Rede der Preisträgerin über die Wahrheit, die sich als Lüge und die Lüge, die sich als Wahrheit präsentiere.

Der Bundestag rühmt sich, mit dem Entzug der Unterstützung der BDS-Bewegung ein klares Zeichen im Kampf gegen den Antisemitismus gesetzt zu haben und wird dafür, dank entsprechender Medienberichterstattung, international gelobt. Schaut man genauer hin, trübt sich das Bild. Der Beschluss verweigert zwar u.a. die finanzielle Unterstützung und ruft Dritte dazu auf, es gleichzutun – mehr aber auch nicht. Der abgelehnte Antrag der AfD-Fraktion ging weiter, sprach sich für ein vereinsrechtliches Verbot und Konsultationen mit der israelischen Regierung aus. Nichtsdestotrotz galt die Medienschelte der AfD und man erweckte den Eindruck, die strategische Enthaltung zum parteiübergreifenden Antrag sei antisemitisch motiviert gewesen. Grünen-Ikone Jürgen Trittin, erklärter Verteidiger der Politischen Korrektheit und Gegner der AfD, erhielt parallel dazu medialen Raum, den Antisemitismus der BDS, in Sorge um die Grenzen der Meinungsfreiheit zu relativieren.

Vor allem aber geht unter, was wir spätestens seit der Völkermord-Resolution wissen: Bundestagsbeschlüsse sind unverbindlich. Die Bundesregierung lehnt eine pauschale Bewertung hinsichtlich des extremistischen Einflusses auf diese Kampagne ab.

„Dialog“

Eine weitere Absurdität des Guten ist der interreligiöse Dialog. Er wird – in Zusammenhang mit dem Islam – stets groß geschrieben, obgleich dieser mitnichten auf Augenhöhe stattfindet und als Gelegenheit islamischer Da´wah (Ruf zum Islam) zu qualifizieren ist. Der christlich-islamische Dialog etwa ist ein einseitiges Fordern und Nachgeben. Die beiden deutschen Kirchen fördern und unterstützen den politischen Islam und seinen Einfluss in unsere Gesellschaft unter dem Deckmantel pervertierter Nächstenliebe. Nun aber geht es mit dem Zentralrat der Juden in einen intensiveren Dialog mit Muslimen, und das wird prächtig gefeiert und vom Bundespräsidenten begrüßt. Man mag sich über die angekündigten Gespräche durchaus freuen. Aber, was sonst sollten sie tun? Mit wem wird da auf muslimischer Seite gesprochen? Sind es die Dachverbände, deren Unterorganisationen vom Verfassungsschutz beobachtet werden?

Offiziell geht es darum, gegenseitiges Verständnis zu wecken und Radikalisierung zu verhindern. Das klingt solange gut, bis man sich vor Augen führt, dass die Gefahr der Radikalisierung nur auf islamischer Seite besteht. Geht es um Tacheles oder Kosmetik? Und welches Verständnis sollen Juden für den Islam aufbringen? Der Frage, ob Muslime die Juden von heute sein sollen, wird hoffentlich eine klare Absage erteilt, ohne die islamische Seite des Dialoges auf neue Argumentationsstrategien zu bringen. Der von Josef Schuster gesetzte, neue Fokus auf gemeinsame, ausgrenzende Erfahrungen als Minderheit in Deutschland lässt nichts Gutes erahnen.

Zeitgleich mit dem Aufenthalt der Kanzlerin in den USA – ein Schelm, wer hier an Planung denkt – wird in der Stadt, von der aus die Realisierung des Holocausts geleitet wurde, nach der islamischen Vernichtung Israels gerufen. Die Kanzlerin übersieht dieses Ereignis. Der deutsche Außenminister, der wegen Auschwitz in die Politik gegangen sein will und gleichzeitig an der Seite des Iran stehen kann, hat am Tag des Geschehens einen ganz speziellen Gruß, der nichts mit dem Hasslaufen in Berlin zu tun hat: Während die einen gegen sogenannten „Kindermörder“ marschieren, gratuliert er zum internationalen Kindertag.

Genau das zwitschert auch der Vorsitzende des „Zentralrates der Muslime“, Aiman Mazyek, seines Zeichens stets im Dialog mit Juden. Die Berliner Staatssekretärin für Internationales, Sawsan Chebli, verkündet, dass die „palästinensische“ Gemeinschaft in Gesprächen mit ihr inzwischen die Instrumentalisierung durch den Iran realisiere. Mit dieser Exculpation bzw. Entmündigung könnte man fast meinen, die iranische Unterstützung „palästinensischer“ Terrororganisationen existiere ebenso wenig wie die Tatsache, dass der Hass auf Juden und die Vernichtungsabsicht gegenüber dem Volk Israel auch im Koran zu finden ist und beide muslimischen Gemeinschaften eint.

Erste Einschränkungen für den „Al-Kuds“-Marsch

Der regierende Bürgermeister Berlins hatte 2017 bereits angekündigt, gegen diese Demonstration vorgehen zu wollen. Sie fand 2018 und nun auch 2019 statt. Die Behörde verbot bestimmte Symbole und die Demonstranten hielten sich an die Auflage, indem sie Bilder des Hisbollah-Generalsekretärs, Hassan Nasrallah, hochhielten.

Die Polizei sichert nicht die Einhaltung vorgegebener Auflagen durch zügiges Eingreifen. Sie beschränkt sich auf Dokumentation und Strafverfolgung. Dieses Unvermögen, das Eingeständnis des erwarteten Kontrollverlustes im Falle der Durchsetzung geltenden Rechts wird dann wohlfeil Deeskalation genannt, und bestätigt eine „weitgehend störungsfreie“ Hass-Veranstaltung.

Die Medien berichten über das Who-is-Who der Gegendemonstration, statt einer tiefergehende Analyse der Motivation des Hasses zu liefern. Wer sind die 1.200 Demonstranten? Sind diese Menschen politisch organisiert? Welchem Verband und welcher Partei sind sie zuzuordnen? Ist es die „friedliche Mitte“? Wie verträgt sich dieser Hass mit dem Ramadan? Wie stehen sie zu Rohani, Erdogan und zur schweigenden deutschen Bundeskanzlerin? Gibt es muslimische Organisationen, die auf der Gegendemonstration vertreten sind?

Immerhin ein „Integrationserfolg“ lässt sich vermelden: Inmitten der Veranstaltung wird Uwe Meenen, ein hochrangiger Funktionär der NPD ebenso gesichtet wie eine Frau mit Kopftuch, die sich mit einem Plakat gegen die „ewige Schuld der Deutschen“ ausspricht. Nein, nicht nur als Jude muss man sich fragen, wohin dieses Land läuft bzw. ob ein ideales Klima vor dem Dschihad schützen kann.

 

GROSSES ZITAT

Die Gefahr der Radikalisierung besteht nur auf islamischer Seite.

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