Von Linksaußen gesehen ist alles „rechts“, Herr Zumach!

Kritik an der verbalen Entgleisung des „taz“-Journalisten Andreas Z. bei einer Veranstaltung in der Uni München

Yonatan Shay© WIKIPEDIA

Von Yonatan Shay

Sehr geehrter Herr Andreas Zumach,

in Folge Ihrer fortdauernden, zahlreichen Beleidigungen, Vorwürfen und Lügen, bekam ich von der Jewish Agency die Genehmigung, auf diese Lügen und die unfassbare Hetze gegen mich zu reagieren. Als offizieller israelischer Gesandter soll ich stets diplomatisch bleiben, auch angesichts fortlaufender Hetze und Lügen, aber in diesem Fall kann ich Ihre Anfeindungen und Lügen nicht unkommentiert stehen lassen.

Ich möchte diese nachweislichen Unwahrheiten in Bezug auf meine Person offiziell und offen widerlegen. Durch diesen Brief sollen die Leser selbst entscheiden, ob Sie ein Antisemit sind oder nicht.

Vor ein paar Wochen hat Mathias Döpfner, Geschäftsführer des Axel-Springer Verlags, offenbart, dass sich zahlreiche deutsche Journalisten unjournalistisch verhalten. Bei Ihrer Zeitung, der „taz“, heißt es im Artikel „Im Kern getroffen“ von Susanne Knaul am 26. März 2019:

„Zwischen Tel Aviv, dem Herzstück Israels, und Sderot unweit der Grenze zu Gaza bestehe kein Unterschied, sagt Netanjahu. Doch das ist eine glatte Lüge. Mit den Raketen auf die grenznahen israelischen Ortschaften kann man sich arrangieren. Öffentliche Gebäude sind sicher konstruiert, die Bevölkerung ist geschützt, erhält Steuervergünstigungen und ist die seit Jahren regelmäßig aufheulende Sirenen gewohnt.“

Man soll sich als Jude damit arrangieren, dass eine terroristische Gruppierung einen aus purem Hass und Antisemitismus umbringen will? So etwas zu schreiben, hat nichts mit seriösem Journalismus zu tun. Das ist ein Akt des Antisemitismus!

Und damit nicht genug, haben Sie es geschafft, dem noch eins draufzusetzen: Ein neues Tief im Niveau an niederer Hetze und schäbiger Kampagne, die auf mich persönlich abzielt.

Es begann am 7. November 2018, fast auf den Tag genau 80 Jahre nach der Reichspogromnacht, als Sie ihren Israelhass an der LMU München öffentlich zur Schau stellten. Anstatt etwas Sensibilität gegenüber den Juden in München und den Opfern von damals walten zu lassen, entschieden Sie sich gemeinsam mit Prof. Michael Meyen eine vor Einseitigkeit strotzende Hetzveranstaltung gegen den einzigen jüdischen Staat, gegen Israel, abzuhalten. Ihr Recht auf „Redefreiheit“ über die Gefühle der Opfer und die der Münchner Juden zu stellen, ist unentschuldbar. (Dabei macht es auch keinen Unterschied, dass Prof. Meyen in der DDR aufgewachsen ist, wo es keine Aufarbeitung der Vergangenheit gab und Hetze gegen Israel an der politischen Tagesordnung stand).

Und selbstverständlich geht es hier nicht um das unbestreitbare Recht, Israel zu kritisieren – doch gibt es einen großen Unterschied zwischen Dämonisierung, Delegitimierung, Doppelstandards und einer sachlichen Kritik. Doch selbst dabei beließen Sie es nicht. Ihre Diffamierungen erreichten ein höchst persönliches Niveau und waren dabei zutiefst antisemitisch verankert.

Bei dieser Veranstaltung haben Sie mich vor dem gesamten Publikum als „eingefleischten rechtsextremistischen-Agitator“ beschimpft. Ich finde es komisch, dass ausgerechnet der einzige erkennbar religiöse und die Kippa tragender Jude im Raum, nämlich ich, von Ihnen beleidigt wurde, obwohl andere Personen im Raum waren, die Sie tatsächlich lautstark angegriffen hatten und Sie gar als „Nazi“, „Goebbels“ und „Judenhasser“ bezeichnet hatten, wobei ich betonen möchte, dass ich keiner von diesen Leuten war!

Auch wenn ich innerlich über Ihren Vortrag kochte, verhielt ich mich zu jedem Zeitpunkt diplomatisch. Das hinderte Sie jedoch nicht daran, Ihre Attacken auf mich alleine zu fokussieren. Soll das ein Zufall oder ein Versehen gewesen sein?

Nein, das war purer Antisemitismus und passte zu der Gesamtausrichtung Ihres Vortrags und Ihrer Haltung!

Sie mögen mir vorwerfen, dass ich eine der Personen war, die zusammen mit jüdischen Organisationen wie dem Verband jüdischer Studenten Bayern (VJSB), der DIG München usw., einen öffentlichen Aufruf zur Absage Ihrer Veranstaltung unterschrieben hatte, damit der 80. Gedenktag an die widerliche Pogromnacht nicht für Israelhass missbraucht würde – doch entschuldigt auch dies nicht Ihre Angriffe gegen mich. So wie Sie das Recht auf „Redefreiheit“ verlangen, so habe ich das Recht, mich gegen Hass und Einseitigkeit zur Wehr zu setzen. Dabei habe ich Sie weder persönlich angegriffen, noch diffamiert!

Wie berechtigt unsere Kritik im Vorfeld war, belegt auch die Teilnahme von bekannten Aktivisten der antisemitischen BDS-Bewegung, wie z.B. der Linksextremist Kerem Schamberger, der wohlgemerkt sogar vom Verfassungsschutz beobachtet wurde, und anderen Befürwortern dieser Bewegung an Ihrer Veranstaltung. Einige werden sogar als Mitorganisatoren aufgeführt, was uns u.a. darin bekräftigt hatte gegen diese Veranstaltung zu protestieren. Zur Erinnerung – die antisemitische BDS-Bewegung fordert einen Boykott jeglicher Waren aus Israel und erinnert daher an die Nazi-Rhetorik „Kauft nicht beim Juden“. Deswegen wurde auch von den städtischen Einrichtungen und Organisationen in Frankfurt am Main, Berlin und München eine Zusammenarbeit mit BDS ausgeschlossen.

Andreas Zumach

Die Universität bereut ihre Entscheidung

Am Ende hat das Präsidium der Universität die Veranstaltung im Namen von Pluralismus und Redefreiheit erlaubt und bedauert es bis heute. Viele Leute im Publikum, darunter Uni-Mitarbeiter, waren dabei und verwiesen darauf, dass es eine hasserfüllte, einseitige Hetzveranstaltung voller Verdrehungen und Lügen gegen den Staat Israel und die dort lebenden Juden war.

Zwei namhafte Personen, mit denen ich gesprochen hatte, der Büroleiter des Antisemitismusbeauftragen Dr. Spaenle, Herr Fritz, wie auch Dr. Matthias Fahrmeier von der LMU gaben an, dass alle Versprechen von Prof. Meyen an die Leitung der Universität, von vor der Veranstaltung, gebrochen wurden. Eine politisch-einseitige Veranstaltung wie diese wird nicht mehr in den Räumen der Universität stattfinden. Prof. Meyen wurde wegen Ihrer Worte von der Leitung getadelt.

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