Raketenhagel aus dem Gazastreifen

Araber aus Gaza haben hunderte Geschosse auf Südisrael abgefeuert. Experten können sich den Zeitpunkt des massiven Beschuss nicht erklären.

Von Ulrich W. Sahm (Israelnetz)

Niemand in Israel versteht so recht, was die Hamas veranlasst hat, ab mehrere hundert Raketen und Granaten auf Israel abzuschießen, darunter auch auf Städte wie Aschdod, Aschkelon, Kirjat Gat und Lachisch.

Einige Raketen schlugen in Häusern ein. Wie durch ein Wunder gab es vorläufig keine Toten. Doch es gab Verletzte, darunter eine 80 Jahre Frau bei einer Bushaltestelle in Kirjat Gat. Ihr war es nicht mehr gelungen, einen Sicherheitsraum zu erreichen, als die Sirenen heulten.

Erwartungsgemäß reagierte Israel erst mit Panzergeschossen und dann mit Luftangriffen. Vier „Palästinenser“ wurden dabei getötet. Im Gazastreifen wurden zunächst „leere Dünen“ getroffen. Aber als die Raketenangriffe zunahmen, wurden auch Hochhäuser attackiert. Dort seien angeblich Büros der Hamas untergebracht gewesen. Aber auch Büros der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu wurden getroffen, was zu lautstarkem Protest des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan führte. Gleichwohl irrte er in der Geografie, denn es handelte sich um den Gazastreifen und nicht um das Westjordanland, wie er behauptete.

Das halbe Land ist lahmgelegt

Wegen der am Samstag bis in die Nacht andauernden Raketenangriffe, wurde für den Sonntag der Schulunterricht in fast allen Städten und Ortschaften im ganzen Süden Israels abgesagt. Auch die Eisenbahnen sollten in der Region nicht verkehren. Das halbe Land ist lahmgelegt.

Die Medien, Radio und Fernsehen, wurden während des Samstags zusammengelegt. Ununterbrochen wurden im Minutentakt die Regionen gemeldet, wo es Luftalarm gab. Premierminister Benjamin Netanjahu und die Militärspitzen trafen sich zu Beratungen im Verteidigungsministerium. Am Sonntag sollte am Mittag nach mehreren Wochen erstmals wieder das Kabinett zusammentreten. Wegen der Wahlen und der derzeitigen Koalitionsverhandlungen gibt es in Israel nur eine Übergangsregierung, weshalb die Minister nicht zusammengekommen sind.

Keine Lösung parat

Im Laufe des Samstags kamen immer wieder auch Politiker zu Wort, hohe ehemalige Militärs und „Experten“. Auffällig war, dass niemand den gewaltigen Raketenbeschuss der Hamas zu diesem Zeitpunkt erklären konnte und dass niemand eine Lösung parat hatte, um diesen unerträglichen Zustand umgehend zu beenden.

In Israel wurde befürchtet und spekuliert, dass die Hamas den bevorstehenden Unabhängigkeitstag stören und schlimmer noch, eine Absage des bevorstehenden Musikfestivals „Eurovision Song Contest“ in Tel Aviv erreichen wolle. Das wäre für Israel eine unerträgliche Niederlage, denn weltweit verfolgen Hunderte Millionen Menschen das Gesangsfestival im Fernsehen. Für Israel ist das Ereignis eine unbezahlbare Werbung für das Land und für den Tourismus.

Doch ein israelischer Kommentator meinte, dass auch die Hamas ein eigenes „Eurovision“ habe. Am Dienstag beginnt der muslimische Fastenmonat Ramadan und dann wollen auch die Menschen im Gazastreifen feiern. Krieg während des Ramadans wäre also auch für die Hamas unerträglich.

Für alle israelischen Sprecher galt es als undenkbar, ausgerechnet jetzt, vor dem Unabhängigkeitstag und dem „Eurovision“-Festival das Militär in Gaza einmarschieren zu lassen, um die Hamas zu zerschlagen und den Raketenbeschuss endgültig zu verhindern. Gemäß Einschätzungen von Geheimdienstexperten wie Jaakov Amidror würden mindestens vier Jahre vergehen, bis der Gazastreifen endgültig von der Terror-Infrastruktur gesäubert werden könnte.

Am Tag danach müsste Israel auch über zwei Millionen „Palästinenser“ herrschen, zumal die Autonomiebehörde in Ramallah kein Interesse daran habe, jetzt den Gazastreifen wieder zu verwalten. Das würde nicht nur enorme Kosten, sondern auch erhebliche menschliche Opfer bedeuten, die niemand in Israel derzeit verantworten will. Mangels funktionierender Regierung ist die Lage zurzeit noch komplizierter als sonst.

Sehr geehrte Leser!

Die alte Website unserer Zeitung mit allen alten Abos finden Sie hier:

alte Website der Zeitung.


Und hier können Sie:

unsere Zeitung abonnieren,
die aktuelle oder alte Ausgaben bestellen
sowie eine Probeausgabe bekommen

in der Druck- oder Onlineform

Unterstützen Sie die einzige unabhängige jüdische Zeitung in Deutschland mit Ihrer Spende!

Werbung


Der Gaza-Streifen, wie unsere Medien ihn nicht sehen wollen, und wir ihn nicht sehen sollen

Der Gaza-Streifen, wie unsere Medien ihn nicht sehen wollen, und wir ihn nicht sehen sollen

Die Hamas-Führung und die Oberschicht des Gaza-Streifens unternehmen – auch mit Hilfe unserer journalistischen Berichterstatter – alles, um den Luxus zu verschleiern, in dem sie in Wahrheit leben. Glitzerbilder von Luxushotels, Reitturnieren und Einkaufspassagen passen nicht in die falsche Legende vom „Freiluftgefängnis“ und „Konzentrationslager“ Gaza.

Es gibt keine „illegale Besetzung“ von Judäa und Samaria, weil Israel dort zu Hause ist.

Es gibt keine „illegale Besetzung“ von Judäa und Samaria, weil Israel dort zu Hause ist.

Die neue Regierung Netanjahu-Gantz will die israelische Militärverwaltung in Teilen Judäas und Samarias beenden, und durch eine Zivilverwaltung ersetzen. CDU, SPD, Grüne und FDP verurteilen das im Bundestag.

Netanjahu: „Athen und Jerusalem sind Fundamente der westlichen Zivilisation“

Netanjahu: „Athen und Jerusalem sind Fundamente der westlichen Zivilisation“

Der griechische Premier Mitsotakis kritisiert bei seinem ersten Auslandsbesuch nach der Corona-Sperre in Israel die türkischen Aggressionen in Nahost. Netanjahu lobt die israelisch-griechische Kooperationen im östlichen Mittelmeerraum.

Ist die israelische Sicherheit wirklich noch deutsche Staatsräson?

Ist die israelische Sicherheit wirklich noch deutsche Staatsräson?

Ein Gespräch mit Yonatan Shay über die deutsch-israelischen Beziehungen: Der 33-jährige Doktorand am Technion war Gesandter der Jewish Agency für Israel in Deutschland und organisierte im Juni eine Demonstration gegen Heiko Maas‘ Besuch in Jerusalem und die deutsche Unterstützung für anti-israelisches NGOs.

Verdoppelung der Alija

Verdoppelung der Alija

Trotz Corona wandern immer mehr Juden nach Israel ein.

Abbas droht mit Auflösung der „Palästinensischen Autonomiebehörde“

Abbas droht mit Auflösung der „Palästinensischen Autonomiebehörde“

Wegen der geplanten Eingliederung einiger Teile Judäas und Samarias in das Staatsgebiet Israels, droht der „Palästinenser“-Führer mit Auflösung seiner Behörde, um entsprechend an keine Friedensabkommen mehr gebunden zu sein, an die er sich ohnehin nicht gehalten hat. Seine jetzige Drohung könnte ihm aber selbst zum Fallstrick werden, weil diese die stets drohende Machtübernahme der Hamas in seinem Gebiet begünstigen wird.

Die Lüge über Israel als „westlicher Fremdkörper“ in der Region des Nahen Ostens

Die Lüge über Israel als „westlicher Fremdkörper“ in der Region des Nahen Ostens

Wie westliche und islamische Länder den in dieser Region beheimateten Staat Israel geschichtsklitternd mit dem Stigma des Kolonialismus versehen wollen.

Rettungsschirm für Terrorrenten

Rettungsschirm für Terrorrenten

Die „Palästinensische Autonomiebehörde“ gründet eigene Banken, um weiter Geldzugänge aus dem westlichen Ausland zu gewährleisten, und trotz aktueller israelischer Gegenmaßnahmen weiterhin arabische Mörder mit sogenannten „Märtyrerrenten“ zu belohnen.

Konstellation Trump-Netanjahu: Eine besondere Chance auf die Wiedervereinigung Israels mit seinen historisch legitimierten Gebieten in Judäa und Samaria

Konstellation Trump-Netanjahu: Eine besondere Chance auf die Wiedervereinigung Israels mit seinen historisch legitimierten Gebieten in Judäa und Samaria

Wie unter keinem anderen US-Präsidenten bekommt Israel nunmehr unter Donald Trump die Möglichkeit zumindest zur teilweisen Wiederherstellung seines uralten jüdischen Staatsgebietes.

Warum Judäa und Samaria eine höhere Bedeutung für Israel haben als Gaza

Warum Judäa und Samaria eine höhere Bedeutung für Israel haben als Gaza

Das größere politisch-religiöse Interesse Israels an Judäa und Samaria beruht darauf, dass der Gazastreifen genauso wie der Sinai trotz langer jüdischer Präsenz niemals Teil eines jüdischen Staates werden sollte.

Israels 35. Regierung ist vereidigt

Israels 35. Regierung ist vereidigt

Der hierzulande herbeigesehnte unabhängige„Palästinenser“-Staat würde keine Demokratie, sondern eine Diktatur werden – wie nahezu alle anderen arabischen Staaten.

Der hierzulande herbeigesehnte unabhängige„Palästinenser“-Staat würde keine Demokratie, sondern eine Diktatur werden – wie nahezu alle anderen arabischen Staaten.

Österreichs Kanzler Kurz wird von seinem grünen Regierungspartner zu Unrecht kritisiert, weil er eine Anti-Israel-Resolution der EU verhindert hat. Diese verbreiten noch immer die naive Vorstellung, dass die schon jetzt diktatorisch regierenden „Palästinenser“ nur von Israel an der Errichtung einer Demokratie gehindert würden.

Werbung

Alle Artikel
Diese Webseite verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Mehr dazu..
Verstanden