Die erste und die zweite Intifada im Vergleich

Die beiden arabischen Terror-Perioden unterschieden sich in einigen interessanten Merkmalen.

Von Tina Adcock

Seit der Staatsgründung Israels im Jahr 1948 ist kein Frieden zwischen den Israelis und den „Palästinensern“ eingekehrt. Immer wieder kam es zu Kriegen, Auseinandersetzungen und Terroranschlägen.

Insbesondere die Aufstände während der Ersten und Zweiten Intifada sind im kollektiven israelischen Gedächtnis verankert. Den „Palästinensern“ haben sie, vor allem nach der Zweiten Intifada, nichts gebracht, außer eine Verstärkung der islamistischen Kräfte und einer Mauer entlang der Grenze zu Judäa und Samaria. Vergleicht man beide Aufstände, so wird schnell klar, dass sie – bis auf ihren Namen, der auf Arabisch so viel wie „sich erheben“ bedeutet – nicht viel gemeinsam haben.

Die Erste Intifada (1987-1993) hatte zahlreiche Ursachen, deshalb sollen im Folgenden nur die wichtigsten davon hervorgehoben werden.

Seit dem Sechs-Tage Krieg im Jahr 1967 und der Eroberung von Gaza, dem Golan, Judäa und Samaria, sowie Ostjerusalem, hatte Israel mit zwei großen Herausforderungen zu kämpfen. Zum einen musste der jüdische Staat mehr als eine Millionen „Palästinenser“ in das Staatsgebiet integrieren und zum anderen stellte die Kontrolle und Organisation der neu hinzugewonnenen Gebiete eine Herausforderung dar.

Seit September 1970 versank die „Palästinensische Befreiungsorganisation“ (PLO) im Chaos, da sie ihre politische Basis im Libanon verlor und die ökonomische Krise in Gaza, Judäa und Samaria immer schlimmer wurde. Die Übernahme eines Flüchtlingslagers durch „palästinensische“ Rebellen (1986-1987) zeigte bereits, dass die israelische Armee mit derartigen Massenaufständen nicht umzugehen wusste. Das Werfen von Steinen und später auch Molotowcocktails auf israelische Soldaten führte zum Gebrauch von Schusswaffen gegen die Aufständischen. Dies war auch ein Grund, weshalb die Erste Intifada später bei der internationalen Gemeinschaft Sympathien für die „palästinensische“ Seite weckte, waren sie doch die Allegorie des unbewaffnet David gegen den bewaffneten Goliath. Zahlreiche Bilder fanden Einzug in die internationale Presse, welche „palästinensische“ Jugendliche mit Steinen und bewaffnete israelische Soldaten zeigten, die das Bild von einem unverhältnismäßigen Kampf vermitteln sollten. Verurteilten die westlichen Staaten vormals die Terrorattacken der PLO, so verteilten sie nun den jüdischen Staat.

Das sowohl ein Stein als auch ein Molotowcocktail Menschen töten können, war hierbei herzlich egal. Ein weiteres Kennzeichen der Ersten Intifada war die massenhafte Beteiligung der „Palästinenser“. Dies war zum einen möglich, da es sich hierbei, wie bereits erwähnt, um einen Aufstand handelte, bei dem keine expliziten Waffen verwendet wurden und zum anderen, da dementsprechend kein spezielles Training, oder eine Planung von Nöten war. Die Lage spitze sich weiter zu, da sich der Wunsch nach einem eigenen Staat unter den teilweise desaströsen Bedingungen in den Flüchtlingslagern, sowie der schlechten Versorgung mit den einfachsten humanitären Mitteln, nur weiter verstärkte. Hinzu kam noch die hohe Geburtenrate unter den „Palästinensern“, welche die Lebensbedingungen weiter verschlechterte.

Die Hoffnungen der ca. 1,7 Millionen „Palästinenser“ erfüllten sich nicht und sie trauten der PLO nicht mehr zu, ihre politische und soziale Lage verbessern zu können. Zusätzlich fütterten islamistische Fundamentalisten den bereits bestehenden Hass, indem sie ihn mit religiösen Noten versahen, vornehmlich in Gaza. Ein jüdischer Staat war für diese Gruppierungen Häresie, galten Juden doch als „Dhimmis“, also als niedriger als ein Muslim. Ein weiterer Faktor ist die neue Generation, die in den vormals durch Jordanien und Ägypten kontrollierten Gebieten aufwuchs, eine andere Sprache als ihre Eltern lernten und ein spezielles Gefühl dafür entwickelten, gegen die israelische „Besatzung ihrer Gebiete“ vorzugehen.

Israel hingegen hatte ein großes Interesse daran, Ruhe und Ordnung in den Gebieten zu bewahren und setzte dafür ihre Militärverwaltung ein – welche teilweise durch Gewalt – die jeweilige Lage unter Kontrolle bringen musste.

Am 8. Dezember 1987 brach die Erste Intifada aus, nachdem ein israelisches Militärfahrzeug mit zwei „palästinensischen“ Taxen kollidierte, wobei vier „Palästinenser“ ihr Leben verloren. Da man bei diesem Unfall einen Vergeltungsschlag für den zuvor erstochenen Israeli in Gaza vermutete, erhob sich ein Aufstand, der sich vorerst gegen israelische Militärstützpunkte in Gaza entlud und sich später auch auf Judäa und Samaria ausweiten sollte. Die Aufstände richteten sich allerdings nicht gegen die PLO, da die „Palästinenser“ vielmehr ein intensiveres Mitbestimmungsrecht anstrebten und eine Gleichberechtigung in Bezug auf das Treffen von wichtigen Entscheidungen.

Die Geburtsstunde der Hamas

Im Jahr 1988 akzeptiert der „Palästinensische Nationalrat“ die Resolution 242, sowie den Teilungsplan von 1947. Mit diesem Schritt akzeptierte die „palästinensische“ Seite erstmals formell eine Zweistaatenlösung, was ihr zu einer noch größeren Anerkennung von Seiten der internationalen Gemeinschaft verhalf.

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