Josef Neuberger – Jurist, Politiker und Zionist

Josef Neuberger steht exemplarisch für jene jüdischen Deutschen, die trotz Entrechtung, Verfolgung und erzwungener Emigration an der Idee eines rechtsstaatlichen, demokratischen Deutschlands festhielten. Als Zionist, Sozialdemokrat und Jurist verband er frühes politisches Engagement mit einem unerschütterlichen Glauben an Recht und Verantwortung. Die nationalsozialistische Barbarei raubte ihm Familie, Heimat und Beruf – nicht aber den Willen zur Mitwirkung am Wiederaufbau. Als Justizminister Nordrhein-Westfalens setzte Josef Neuberger konsequent auf die Stärkung des Rechtsstaats gegen politische Willkür. Besonders prägend war sein Einsatz für die juristische Aufarbeitung nationalsozialistischer Verbrechen und die Durchsetzung von Entschädigungsansprüchen der Opfer. Neubergers Politik folgte dabei der Überzeugung, dass eine Demokratie nur dann Bestand hat, wenn Recht nicht verwaltet, sondern verantwortungsvoll verteidigt wird.

Von L. Joseph Heid

Josef Neuberger wurde am 11. Oktober 1902 im belgischen Antwerpen geboren. Seine Vorfahren stammen aus dem damals österreichischen Galizien, kamen aber ursprünglich aus Deutschland und waren der deutschen Kultur stets verhaftet geblieben. Juda Leib Neuberger, so der Name des Vaters, ein typisch ostjüdischer Name, wie auch der der aus Krakau stammenden Mutter namens Sara Feigel Weingrün, Namen, die auf das polnisch-jüdische Milieu hinweisen. Der Vater war Apotheker. Der virulente Antisemitismus, der viele Juden in Armut stieß, veranlasste die Neubergers, Ende des 19. Jahrhunderts Galizien in Richtung Westeuropa, Belgien, zu verlassen.

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs mussten die Neubergers als österreichische Staatsbürger und damit als feindliche Ausländer Belgien verlassen. Die Familie wurde nach Deutschland abgeschoben und ließ sich am 12. August 1914 in Düsseldorf nieder. Diese Stadt hat Josef Neuberger stets als sein Zuhause empfunden und Deutschland - aller ungebrochenen Sympathie für Palästina/Israel zum Trotz – galt ihm als Heimatland.

Josef Neuberger wuchs in Düsseldorf auf und hatte hier eine Karriere als Anwalt begonnen, die zu vielerlei Hoffnungen Anlass bot. Die sollte sich doch noch einstellen, Jahre später, gleichwohl auf einem höheren juristischen Niveau – als Justizminister des Landes Nordrhein-Westfalen von 1966 bis 1972.

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