Wo andere schwiegen, sammelte er Beweise: Das Vermächtnis des Nazi-Jägers Tuvia Friedman

Tuvia Friedman© AWAD AWAD / AFP

n Haifa erinnert nun eine Gedenktafel an Tuvia Friedman, jenen Mann, der sein Leben der Verfolgung und Überführung nationalsozialistischer Verbrecher widmete, lange bevor dies politisch opportun war. Während staatliche Stellen in Europa das Thema der NS-Verbrechen aus politischem Kalkül oder Bequemlichkeit zunehmend marginalisierten, baute Tuvia Friedman mit einfachsten Mitteln ein unabhängiges Dokumentationszentrum auf, sichtete Akten, befragte Shoah-Überlebende und trug Beweismaterial zusammen, das später unmittelbar zur strafrechtlichen Verfolgung nationalsozialistischer Täter beitrug und unter anderem die Festnahme Adolf Eichmanns ermöglichte. Friedman handelte nicht aus persönlicher Rachsucht, sondern aus Pflichtgefühl gegenüber den Ermordeten – geprägt von der eigenen Verfolgung und dem nahezu vollständigen Verlust seiner Familie während der Shoah. (JR)

Von Esther Ginzburg

In Haifa, in der Ben-Yehuda-Straße, in der Nähe des Hauses Nr. 31, wo sich das israelische Institut für Dokumentation und Untersuchung von Nazi-Verbrechen befand, wurde zum Gedenken an seinen Gründer Tuvia Friedman eine Gedenktafel angebracht, auf der folgende Inschrift zu lesen ist: „In diesem Haus befand sich das Institut für Dokumentation und Untersuchung von Nazi-Verbrechen, das 1957 von Tuvia Friedman (1922–2011) – dem „Nazi-Jäger” – gegründet wurde.” Friedman widmete sein ganzes Leben der Sammlung von Beweisen gegen Nazi-Verbrecher und ihrer Strafverfolgung. Er trug zur Festnahme Eichmanns bei. Friedman vermachte sein umfangreiches Archiv der Nationalbibliothek in Jerusalem. Er wurde mit der Medaille „Ehrenbürger von Haifa“ ausgezeichnet.

Zu seinen Lebzeiten wurde Tuvia Friedman als „gnadenlos“ bezeichnet, aber das war keineswegs ein Charakterzug von ihm. Gnadenlos wurde er nach Kriegsende, als er seine gesamte Familie mit Ausnahme seiner älteren Schwester in einem Vernichtungslager verlor. Tuvia selbst überlebte wie durch ein Wunder.

 

Sie können diesen Artikel vollständig in der gedruckten oder elektronischen Ausgabe der Zeitung «Jüdische Rundschau» lesen.

Vollversion des Artikels

€ 1,75 inkl. MwSt.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Hier können Sie

die Zeitung abonnieren,
die aktuelle Ausgabe oder frühere Ausgaben kaufen
oder eine Probeausgabe der Zeitung bestellen,

in gedruckter oder elektronischer Form.

Vollversion des Artikels

€ 1,75 inkl. MwSt.
Zugang erhalten

Sehr geehrte Leser!

Die alte Website unserer Zeitung mit allen alten Abos finden Sie hier:

alte Website der Zeitung.


Und hier können Sie:

unsere Zeitung abonnieren,
die aktuelle oder alte Ausgaben bestellen
sowie eine Probeausgabe bekommen

in der Druck- oder Onlineform

Unterstützen Sie die einzige unabhängige jüdische Zeitung in Deutschland mit Ihrer Spende!

Werbung


Alle Artikel
Diese Webseite verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Mehr dazu..
Verstanden