Die fotografische Dokumentation des Judenmords in Auschwitz

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Im Buch „Ein Album aus Auschwitz. Die fotografische Inszenierung des Verbrechens“ kann man das Vernichtungslager Auschwitz durch die Linse der SS betrachten. In diesem Album finden sich zum Teil Bilder, die von geradezu entspannter Heiterkeit des SS-Personals zeugen, die den Betrachter verstören und erschaudern lassen. Lilly Jacobs, jüdische Überlebende des KZs, fand das Fotoalbum nach ihrer Befreiung und stiftete es später Yad Vashem. Das einzigartige Album gilt als wichtiges bildliches Zeugnis von der Vernichtung der Juden und war Beweismittel im 1. Frankfurter Auschwitz-Prozess.
Viele Holocaustforscher sind zu der Überzeugung gelangt, dass, wenn ein Holocaustüberlebender seine Geschichte erzählt, die zu unglaublich ist, um wahr zu sein, sie genau das sein könnte – die Wahrheit. Solcherart ist die Geschichte von Lilly Jacob und ihrem Fotoalbum.
Die 18-jährige Lilly Jacob war 1944 zusammen mit ihrer Familie und der Mehrheit der ungarischen Juden deportiert worden. Auf der „Rampe“ in Auschwitz wurde sie von ihren Eltern und ihren jüngeren Brüdern getrennt; keinen von ihnen sah sie je wieder. Am Tag ihrer Befreiung fand sie im Konzentrationslager Dora-Nordhausen in den verlassenen Baracken ein Fotoalbum. Unter anderem enthielt es Bilder ihrer Familie und Freunde. Heute wissen wir, das Album ist das einzige fotografische Beweismaterial für die Ankunft von Juden in Auschwitz und in Todeslagern überhaupt.
Das Foto auf Seite 37 des vorfliegenden Buches – und nicht nur dieses – hat, pars pro toto, etwas Erschreckendes, Abstoßendes, Widerwärtiges – obwohl die Abgebildeten allesamt – zehn Frauen, drei Männer, fröhlich sind, mehr noch, ausgelassen, unbeschwert und ungezwungen sind, einige grimassierend, lauthals und unverstellt lachend. Es bildet erholsamen Stunden und Abwechslung vom aufreibenden Alltag vom Arbeitsplatz im Konzentrationslager ab.
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