Islamo-Faschismus: Das Heulen der „Grauen Wölfe“

Erdogan macht keinen Hehl aus seiner Sympathie für die Grauen Wölfe.
© JAKUB PORZYCKI NurPhoto NurPhoto via AFP

In der rechtsradikalen türkischen Organisation der „Grauen Wölfe“ verschmelzen Nationalismus, Juden-Hass und Islam zu einer faschistoiden Ideologie. Ihre Anhänger sind auch durchaus bereit, ihre Ziele mit Gewalt zu verwirklichen. Die Grauen Wölfe haben in der Türkei, aber auch in Europa, zahlreiche Anschläge verübt. Der spektakulärste war wohl das Papst-Attentat gegen den polnisch-stämmigen Papst Johannes Paul II. im Jahr 1981. Mit dem „Marsch durch die Institutionen“ Europas wollen sie ihren Einfluss verstärken und islamisch-türkische Interessen vorantreiben. Dass auch Erdogan selbst den sogenannten „Wolfsgruß“ der Grauen Wölfe in seinen Auftritten verwendet, zeigt seine wahre gegen Europa und dem gesamten Westen feindlich gesonnene ideologische Heimat. (JR)

Von Dr. Alfred Schlicht

Nicht erst seit der ehemalige deutsche Fußballnationalspieler Mesut Özil sich 2023 offen zu den türkischen ‚Grauen Wölfen’ [bozkurtlar] bekannte und seit radikale politische Tendenzen aus dem nahen und mittleren Osten auch bei uns nach dem Hamas-Pogrom vom 7.10.23 neuen Aufwind erhalten, fällt das Licht der medialen Aufmerksamkeit auf die rechtsradikale türkische Organisation der ‚Grauen Wölfe ’. Es gibt sie schon lange bei uns, sie wurden auch wiederholt von einzelnen Journalisten oder Fachleuten einer verhalten interessierten Öffentlichkeit dargestellt. Stärkeres Interesse freilich haben sie kaum je erregt. Islamistische Gewalt auf der einen, Islamophobie auf der anderen Seite absorbierten die Aufmerksamkeit und steckten den Wahrnehmungsrahmen ab. Und in den ‚Kampf gegen rechts’ passten die Wölfe, die sich selbst auch gern ‚Idealisten’ [ Ülkücüler] nennen, nach den hiesigen Denkschablonen nicht wirklich. Denn ‚rechts’ sind in unserem Verständnis vor allem Deutsche – gerade bei Bewegungen aus dem Nahen Osten, seien sie auch gegen Juden gerichtet, neigt man hier eher zu Großzügigkeit.

 

Woher kommen die Grauen Wölfe?

Ihre historischen Wurzeln haben die Grauen Wölfe im ‚Panturanismus’ des 19. Jahrhunderts. Diese zunächst eher geistig-wissenschaftliche Bewegung, zu der auch westliche Gelehrte im Zuge ihrer Erforschung Zentralasiens beitrugen, entstand zu einer Zeit des Niedergangs des Osmanischen Reiches. Im Kontext des Aufkeimens von Nationalismen der verschiedenen Ethnien des Osmanischen Reiches empfanden auch die Türken das Bedürfnis nach einem nationalen Bezugsrahmen und entwickelten nationalistische Narrative. Der Panturanismus geht von einer Zusammengehörigkeit aller Turkvölker, die aus einer gemeinsamen Urheimat in Zentralasien stammen, aus. Erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts entstand vor diesem Hintergrund eine ultranationalistische Bewegung, die in ihrer Symbolik tief in die Geschichte zurückgeht. In der alttürkischen Mythologie spielen Wölfe eine wichtige und positive Rolle. Deshalb haben die ‚Idealisten’ den Wolf zu ihrem Symbolbild gewählt.

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