Vor 80 Jahren besetzten die Nazis Ungarn: Der schwedische Diplomat Raoul Wallenberg und Schweizer-Schutzbriefe retteten zehntausende Juden

Moshe Krausz© WIKIPEDIA

Im März 1944 besetzte Nazi-Deutschland seinen militärischen Partner Ungarn. Kurz darauf organisierte Adolf Eichmann vor Ort die Deportation der über 700.000 Juden nach Auschwitz-Birkenau. Etwa 424.000 Juden wurden innerhalb von 56 Tagen deportiert. Insgesamt wurden ca. 565.000 jüdische Menschen aus Ungarn von den Nazis ermordet. Dank des Einsatzes der ungarischen Juden Moshe Krausz und Israel Kastner und vor allem des schwedischen Diplomaten Raoul Wallenberg gelang es, zusammen mit dem Schweizer Diplomaten Carl Lutz, Schutzpässe und Schutzbriefe auszustellen, um Juden die Ausreise nach Palästina zu ermöglichen. Mit dieser beherzten Aktion konnte zehntausenden Juden das Leben gerettet werden. (JR)

Von Alina Mislovich

Der Holocaust an den ungarischen Juden begann im letzten Jahr des Zweiten Weltkriegs. Am 19. März 1944 besetzten die Nazis Ungarn. Einen Monat später begannen sie, die Juden in Ghettos zu treiben, und einen weiteren Monat später schickten sie sie nach Auschwitz. In acht Wochen wurden 440.000 Juden deportiert. Am 9. Juli wurde die Aktion auf Druck der Weltgemeinschaft gestoppt. Und im August 1944 versuchte der Reichsverweser Miklos Horthy, einen Separatfrieden mit der UdSSR zu schließen. Die Deutschen warteten dies nicht ab und setzten ihn am 15. Oktober ab. Ungarn wurde von dem Führer der pro-faschistischen Partei "Pfeilkreuzler" Ferenc Szálasi geführt. Und dann begann die Vernichtung von 200.000 Juden in Budapest, dem letzten jüdischen Zentrum in Europa. Von den 800.000, die 1944 dort lebten, wurden 500.000 ermordet.

Ungarn war ein militärischer Verbündeter Deutschlands, aber innenpolitisch verhielt es sich unabhängig. Es gab pro-faschistische Beamte, die Juden in Ghettos sammelten und sie dann in die Vernichtung schickten. Aber es gab auch Antifaschisten, vor allem im Außenministerium und bei der Polizei, die bei der Rettung der Menschen halfen. Während des Krieges wurde die Repatriierung von Juden nach Palästina fortgesetzt, Sochnut hörte nicht auf, in Ungarn zu arbeiten - und konnte so Juden aus den Grenzländern nach Palästina transportieren. Einige Zeit nach der deutschen Besetzung hatten die ungarischen Juden zwei Führer, die sich für die Rettung ihrer Landsleute einsetzten - Israel Kastner und Moshe Krausz. Der erste versuchte als Vertreter der palästinensischen Sochnut, mit den deutschen Behörden zu verhandeln und so die Juden zu retten. Der zweite glaubte den Deutschen nicht und arbeitete mit Hilfe der in Budapest akkreditierten ausländischen Diplomaten.

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