Irrfahrt der „St. Louis“ – Kapitän Gustav Schröder rettete über 900 Juden das Leben

Kapitän Gustav Schröder© WIKIPEDIA

936 jüdische Passagiere gingen am 13. Mai 1939 in Hamburg an Bord der „St. Louis“ - im Gepäck die Hoffnung auf ein sicheres Leben außerhalb der Reichweite der Nazi-Schergen. Ziel war Kuba, wofür die jüdischen Emigranten Urlaubsvisa gekauft hatten, um nach dieser Zwischenstation die Einreise in die USA beantragen zu können. Doch die judenfeindliche Nazi-Propaganda reichte bis nach Havanna, wo die Einreisebestimmungen kurzerhand geändert wurden und das Schiff somit nicht anlegen durfte. Nachdem auch die USA und Kanada sich geweigert hatten, die verzweifelten Menschen aufzunehmen, setzte der standhafte Kapitän Gustav Schröder alles daran, dass seine Passagiere nicht wieder nach Deutschland zurückkehren mussten, wo sie der sichere Tod in den Konzentrationslagern erwartet hätte. Im Jahr 1993 wurde er von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem posthum als Gerechter unter den Völkern geehrt.

Von Esther Ginzburg

Gustav Schröder wurde am 27. September 1885 in Hadersleben, einer Hafenstadt in Nordschleswig, geboren. Diese Region nahe der Grenze zu Dänemark gehörte damals zu Preußen und ist heute dänisches Staatsgebiet.

Gustav war der älteste Sohn unter neun Kindern in der alten deutsch-dänischen Familie des Gymnasiallehrers Nis Ankjär Schröder, dessen Vorfahren Gutsbesitzer waren. Den jungen Mann zog es von Kindheit an "in die Ferne des Meeres". Trotz seiner bescheidenen körperlichen Verfassung - dünner Körperbau und kleine Statur - träumte er vom Segeln. Aus diesem Grund brach Gustav 1902 das deutsche Gymnasium ab und verließ mit Erlaubnis seines Vaters im Alter von 17 Jahren seine Heimat, um auf dem Segelschulschiff Großherzogin Elisabeth in Hamburg anzuheuern. Nach dem Erwerb des Seemannspatents wurde er als Matrose auf dem Schnelldampfer Deutschland angenommen und unternahm anschließend mehrere Weltreisen, wobei er für Reedereien in Hongkong arbeitete.

1921 erhielt Gustav eine Anstellung bei der deutschen Reederei HAPAG. Im August 1936, nach 24 Dienstjahren, erreichte Schröder den Rang eines Kapitäns und übernahm das Kommando über das 700-Passagier-Schiff Ozeana. Schröders Traum wurde wahr: Nachdem er Kapitän geworden war, reiste er Tausende von Seemeilen durch Stürme und Wirbelstürme und besuchte verschiedene Länder und Kontinente.

1939 betraute die HAPAG Kapitän Schröder mit dem Luxuskreuzfahrtschiff "St. Louis". Was er an Bord dieses Schiffes erlebte, hat ihn nach den Erinnerungen des Kapitäns stärker geprägt als "jeder Taifun in der Südsee".

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