„Sounding Jewish in Berlin“: Eine Klezmer-Reise durch Berlin

Autor und Musiker Phil Alexander fängt in seinem Buch „Sounding Jewish in Berlin: Klezmer Music and the Contemporary City“ die Stimmung der Berliner Stadtviertel ein. Laut dem passionierten Musikforscher befindet sich die Weltmetropole im ständigen Dialog mit der zeitgenössischen Klezmer-Szene.

Von Matti Goldschmidt

Phil Alexander ist nicht nur Forschungsstipendiat der Britischen Akademie an der Universität Edinburgh, wo er auf musikalischer Basis historische schottisch-jüdische Interaktionen untersucht, die letztlich auch wichtige alternative Erzählungen über das britisch-jüdische Leben dokumentieren, einen von mehreren Aspekten einer dynamischen, aber schrumpfenden jüdischen Gemeinschaft in Schottland. Er war auch Mitbegründer des 2003 ins Leben gerufene Quintetts Moishe’s Bagel, das seitdem bereits vier Alben veröffentlichte, wobei er selbst das Piano spielt. Das erste Album der Band erschien im Jahre 2005 mit dem Titel „Don’t Spare the Horses“ („Verschone die Pferde nicht“), gefolgt nur ein paar Jahre später von der Vertonung des 1930 entstandenen Stummfilm „Salz in Swanetien“ (Соль Сванетии), eines sowjetischen Propagandafilms, der die erfolgreiche Umsetzung des ersten Fünfjahresplanes der UdSSR bis in die entlegensten Ecken der Sowjetunion, hier konkret Georgiens, dokumentieren soll.

 

Musikalische Momentaufnahme Berlins

Das vorliegende Buch ist im Prinzip eine Momentaufnahme von dreizehn Monaten, nämlich für den Zeitraum ab September 2013, in dem der Autor mit seiner Familie in Berlin lebte, in gleichen Hälften zuerst in Friedrichshain, dann in Kreuzberg. Eine Zeit gefüllt mit Beobachtungen in allen Richtungen und kritischer Kulturanalyse, die etwa zehn Jahre davor oder auch danach vollkommen anders ausfallen könnte. Beispielsweise wurde 2006 das Hackesche Hoftheater geschlossen, für einige Jahre das Zentrum musikalisch-jüdischer Kultur Deutschlands. So traten dort anfänglich nicht nur der in Ostberlin gebürtige Karsten Troyke (1960-) auf, bekannt als „Botschafter des jiddischen Liedes“, sondern etwa auch die 1984 in der DDR gegründete Gruppe „Aufwind“. Gefolgt eigentlich von allem, was in der Klezmerszene von 1992-2005 Rang und Namen hatte. Andererseits verließen Berlin um das Jahr 2020 bekannte Namen wie der in Detroit gebürtige Daniel Kahn (*1978), Klezmerrevolutionär und selbstbekennender „jüdischer Atheist“, den es nach Hamburg zog, oder der aus Riga stammende Ilya Shneyveys (*1983), der mit Beginn der Coronapandemie zumindest vorläufig vorübergehend nach Brooklyn übersiedelte.

Sie können diesen Artikel vollständig in der gedruckten oder elektronischen Ausgabe der Zeitung «Jüdische Rundschau» lesen.

Vollversion des Artikels

€ 0,75 inkl. MwSt.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Hier können Sie

die Zeitung abonnieren,
die aktuelle Ausgabe oder frühere Ausgaben kaufen
oder eine Probeausgabe der Zeitung bestellen,

in gedruckter oder elektronischer Form.

Vollversion des Artikels

€ 0,75 inkl. MwSt.
Zugang erhalten

Sehr geehrte Leser!

Die alte Website unserer Zeitung mit allen alten Abos finden Sie hier:

alte Website der Zeitung.


Und hier können Sie:

unsere Zeitung abonnieren,
die aktuelle oder alte Ausgaben bestellen
sowie eine Probeausgabe bekommen

in der Druck- oder Onlineform

Unterstützen Sie die einzige unabhängige jüdische Zeitung in Deutschland mit Ihrer Spende!

Werbung


Defund Documenta

Defund Documenta

Auf der Documenta sorgen schon wieder Ausstellungsstücke mit wüst antijüdischer Symbolik für einen Antisemitismus-Skandal. Kein Grund zur Überraschung: Der „postkoloniale Antirassismus“ des Kunstbetriebs zeigt nur seine hässliche Fratze. Eine Fratze, die Israel delegitimieren will und Juden entmenschlicht. Der Berliner Künstler Niels Betori Diehl hat sich die Verantwortlichen und Akteure näher angeschaut, sein Fazit: Die Liste der BDS-Unterstützer ist erschreckend lang, die Motivation der Unterzeichner teilweise pathologisch.

Die „schwarze” Musik des Juden Gershwin - Zum 85. Todestag des Komponisten

Die „schwarze” Musik des Juden Gershwin - Zum 85. Todestag des Komponisten

Jacob Gerschowitz, das Kind jüdischer Einwanderer aus Russland wurde zum weltgefeierten Komponisten George Gershwin. Seine Musik ist unsterblich. Sein von den musikalischen Einflüssen des jüdischen Shtetl Osteuropas geprägte Genie und die Fusion mit der Musik der Südstaaten und des Broadways haben den Jazz wie nichts anderes geprägt und auf dem Broadway und in Hollywood neue Akzente gesetzt, die bis heute fortwirken. (JR)

Cyrus Overbeck: Ein Künstler empört sich

Cyrus Overbeck: Ein Künstler empört sich

Der international renommierte Künstler Cyrus Overbeck zählt zu den führenden bildenden Künstlern Deutschlands. Overbeck empört sich mit all seiner Körperlichkeit. Einer, der sich nicht fügen mag. Ein Störenfried. Ihn treiben die Aufdeckung und Aufarbeitung nationalsozialistischer Kontinuitäten an. Mit dem Holzschnitt aufklären, was Demokratie ist, das ist seine Triebfeder. (JR)

„Wir weinten tränenlos“ – Ein Film über die Mitglieder des jüdischen „Sonderkommandos“ in Auschwitz

„Wir weinten tränenlos“ – Ein Film über die Mitglieder des jüdischen „Sonderkommandos“ in Auschwitz

Die Malerei im Judentum

Die Malerei im Judentum

„Richard Wagner und die Klezmerband. Auf der Suche nach dem neuen, jüdischen Sound in Deutschland“ – Yuriy Gurzhys neues Buch

„Richard Wagner und die Klezmerband. Auf der Suche nach dem neuen, jüdischen Sound in Deutschland“ – Yuriy Gurzhys neues Buch

Ruth Bäumler: „Shalom Sendling! Lustige Geschichten vom Tod und einer Münchner Familie“

Ruth Bäumler: „Shalom Sendling! Lustige Geschichten vom Tod und einer Münchner Familie“

Mehr als nur eine Ausstellung: Mit historischen Fakten gegen Anti-Israel-Propaganda

Mehr als nur eine Ausstellung: Mit historischen Fakten gegen Anti-Israel-Propaganda

Auf den Spuren des russischen Judentums von der Zarenzeit bis zur Gegenwart

Auf den Spuren des russischen Judentums von der Zarenzeit bis zur Gegenwart

Ein Reisebericht aus dem Herbst 2021 über die jüdische Kultur in den russischen Städten Kazan und Samara. (JR)

Gunda Trepps Buch: Gebrauchsanweisung gegen Antisemitismus: Lernen. Wissen. Handeln.

Gunda Trepps Buch: Gebrauchsanweisung gegen Antisemitismus: Lernen. Wissen. Handeln.

Hollywood-Museum negiert vorsätzlich die eigene jüdische Geschichte

Hollywood-Museum negiert vorsätzlich die eigene jüdische Geschichte

David Friedmans Buch „Sledgehammer“: Wie die Trump-Diplomatie dem Nahen Osten den Frieden ein deutliches Stück näher gebracht hat

David Friedmans Buch „Sledgehammer“: Wie die Trump-Diplomatie dem Nahen Osten den Frieden ein deutliches Stück näher gebracht hat

Der ehemalige US-Botschafter in Israel David Friedman beschreibt in seinem Buch „Sledgehammer“ den Weg zum Abschluss der Abraham-Abkommen und gewährt dem Leser einen Blick hinter die Kulissen der von Deutschland und der EU massiv angefeindeten pro-israelischen Trump-Politik. (JR)

Alle Artikel
Diese Webseite verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Mehr dazu..
Verstanden