Erol Ünal: Der Abtrünnige

Der türkische Aussteiger Erol Ünal berichtet aus seinen 15 Jahren in Moscheegemeinden in Deutschland und welche Rolle dort der Antisemitismus spielt. Seine Einblicke in eine Welt von Fundamentalisten und türkischen Rechtsextremen sind nun als Buch erschienen.

Von Filip Gaspar

Erol Ünal hat es geschafft, sich von einem Hinterhofmoschee-Gänger zum Agnostiker zu wandeln. Der in Baden-Württemberg aufgewachsene Türke beschreibt in seinem Buch „Der Abtrünnige. 15 Jahre in Moscheegemeinden.“ wie es zu seinem Sinneswandel kam. Dem Leser wird nicht nur Einblick in eine, sondern gleich mehrere Parallelgesellschaften geboten, denn die Moscheegemeinden in Deutschland sind bunt und vielfältig. „Der Eintritt in die Parallelgesellschaft“ ist deswegen auch ein treffender Titel für das erste Kapitel des Buches, in dem der Initiationsritus der Beschneidung beschrieben wird, der ihn erst zu einem vollwertigen Mitglied der „türkisch-muslimischen Community“ macht, und in einer Esslinger Hinterhofmoschee der Millî Görüş durchgeführt wurde. Auf diese einleitende Anekdote folgen zehn Kapitel, in denen Önal seinen religiösen Werde- und Abgang vom Islam nachzeichnet.

Doch er lässt nicht nur eigene Erfahrungen mit einfließen, sondern auch die Erlebnisse seines Bruders Ömer und die von Verwandten und Freunden, anhand derer die volle Bandbreite der unterschiedlichen Strömungen der türkisch-muslimischen Gemeinden in Deutschland aufgezeigt wird. Es wird deutlich, dass eine Moschee mitnichten bloß ein Ort zum Beten ist, sondern darüber hinaus Einkaufsmöglichkeiten, ein Friseur, etwas zum Essen angeboten wird. Eine selbsterrichtete Parallelgesellschaft, mitten in Deutschland, die alles „Notwendige eines Zusammenlebens“ zu bieten hat. Den Moscheeverbänden wird jeweils ein Kapitel gewidmet und die jeweilige Geschichte und politisch-religiöse Ideologie aufgezeigt. Unterschiedlich sind diese in Äußerlichkeiten, der Autor verwendet gar den Ausdruck „Uniformen“, um dies zu beschreiben. Damit meint er zum einen die Art der Kleidung, aber auch die Form der Bärte und der Begrüßungen. Ein Engagement in der Gemeinde kann auch förderlich für die eigene berufliche Karriere sein, oder umgekehrt, diese auch zerstören.

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