„God Bless America!“

Juden im Kampf um die vor 245 Jahren verkündete Unabhängigkeit der USA

John Trumbull, „Die Unabhängigkeitserklärung” (1819)© WIKIPEDIA

Von David Schimanowski

Dieses Lied, das zur inoffiziellen Nationalhymne der USA wurde, schrieb 1918 der aus Weißrussland stammende 19-jährige Soldat Irving Berlin (Israel Berlin). Es drückt die Dankbarkeit und Treue der amerikanischen Juden gegenüber dem Land aus, das für sie zu einem rettenden Zufluchtsort geworden ist. Im Laufe der Geschichte haben sie maßgeblich zur Prosperität der Vereinigten Staaten beigetragen. Heute streben amerikanische Juden schnelle Assimilation an und entfernen sich zunehmend nicht nur von ihrem Judentum, sondern auch von dem, wofür ihre Vorfahren gekämpft haben. Ein Grund mehr, daran zu erinnern.

 

Die Pioniere der Neuen Welt

In der Diaspora wurden Juden aus religiösen und wirtschaftlichen Gründen auf brutale Weise verfolgt. Im 15. Jahrhundert war ihre Lage katastrophal; der Höhepunkt war die Verbannung der ganzen jüdischen Bevölkerung von der Iberischen Halbinsel, mit der Ausnahme der Marranen (Marranos) – den unter Zwang und Gewaltandrohung zum Katholizismus übergetretenen Juden. Bis zum 2. August 1492 sollten alle Juden Spanien verlassen (fünf Jahre später traf dieses Schicksal die portugiesischen Juden).

Am nächsten Tag begab sich Christoph Kolumbus auf die Suche nach einer Westroute nach Indien über den Atlantik. So entdeckte er die Bahamas und erreichte die Küste Mittelamerikas. Und zu Beginn des 16. Jahrhunderts erreichte die portugiesische Flotte Südamerika.

Manche vermuten, dass Kolumbus mütterlicherseits aus einer Marrano-Familie stammt. Der Marrano Louis de Santanel, Berater des Königs, lieh ihm 17.000 Dukaten und rüstete seine erste Expedition aus (die zweite wurde mit Geldern, die den vertriebenen und im Exil lebenden Juden abgenommen worden waren, finanziert). An den Reisen nahmen viele Marranos teil: Schiffsbesitzer Martin Alonzo und Vincent Janez, Verwandte von Kardinal Rodrigo Sanchez, die Schiffsärzte Marco und Bensal, der Übersetzer Luis de Torrez, Seefahrer, Matrosen. Unterwegs benutzte Kolumbus Navigationsbücher und Instrumente der Juden Abraham Zakuto, Jose Vetsingo und Moses.

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