Geschichtsfälschung beim öffentlich-rechtlichen Fernsehsender arte

Mit Aussagen wie „Im Westjordanland lebten traditionell keine Juden.“ leugnet der GEZ-Sender 3.000 Jahre jüdische Geschichte und verschweigt u.a. auch das anti-jüdische Massaker in Hebron 1929.

Jüdische Siedler in Hebron© HAZEM BADER , AFP

Von Gerd Buurmann

Im August 2020 sendete arte eine Wiederholung des Berichts „Die Siedler der Westbank“ von Shimon Dotan. In der Ankündigung heißt es:

„Die jüdische Besiedlung des Westjordanlands begann vor knapp 50 Jahren und hat heute ungeahnte Ausmaße angenommen. (…) Der israelisch-palästinensische Konflikt sorgt seit jeher für Spannung im gesamten Nahen Osten. Die jüdischen Gemeinschaften im Westjordanland spielen hier eine entscheidende Rolle: In der Region, wo traditionell keine Juden lebten, ließen sich nach dem Sechs-Tage-Krieg von 1967 Hunderttausende Siedler nieder, die mit ihren unterschiedlichen Abstammungen, Sichtweisen, Ideologien und sozioökonomischen Milieus die ganze Bandbreite der israelischen Bevölkerung widerspiegeln.“

Arte behauptet, in der Region, die hier Westjordanland genannt wird, hätten „traditionell keine Juden“ gelebt. Schauen wir uns die Gegend mal etwas genauer an.

Die Region, die arte als „Westjordanland“ bezeichnet, wird auch Judäa und Samaria genannt. Diese Bezeichnungen gehen auf die Bibel zurück. Judäa bedeutet „Land der Juden“.

In der Region befindet sich die Stadt Bethlehem. Dort befindet sich eine Kirche an der Stelle, wo ein Jude geboren worden sein soll. Sein Name ist Jesus.

In der Region befindet sich ebenfalls die Stadt Hebron. Am dortigen Stadtrand befindet sich das Grab der Patriarchen, wo Abraham und Sara, Isaak und Rebekka, sowie Jakob und Lea bestattet worden sein sollen. Alle sechs Persönlichkeiten waren Jüdinnen und Juden. In Hebron soll König David 1011 Jahre vor dem Juden, der in Bethlehem geboren wurde, zum König des jüdischen Volks gesalbt worden sein.

Was also hat es mit der von arte so bezeichneten Tradition auf sich, dass dort keine Juden lebten?

Als im Jahr 1517 die Juden in Hebron ihr Laubhüttenfest feierten, führte der Stellvertreter des osmanischen Sultans und Herrscher von Jerusalem, Murat Bey, ein Massaker an den dort feiernden Juden durch und plünderte sie aus. Nur wenigen gelang die Flucht.

Im Jahr 1929 wurde in Hebron ein Massaker an Juden verübt, bei dem siebenundsechzig Juden ermordet und zahlreiche verletzt wurden. Ein Teil der jüdischen Gemeinde floh daraufhin nach Jerusalem.

Im April 1936 kam es erneut zu Unruhen gegen Juden. Am 23. April wurden daher alle Juden der Stadt von den Briten evakuiert. Seitdem war die Stadt judenrein.

Das ist also die Tradition, von der arte spricht. Arte nennt es Tradition; ich nenne es Judenverfolgung.

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