Die Lüge über Israel als „westlicher Fremdkörper“ in der Region des Nahen Ostens

Wie westliche und islamische Länder den in dieser Region beheimateten Staat Israel geschichtsklitternd mit dem Stigma des Kolonialismus versehen wollen.

Mit Imperialisten (hier in der französischen Kolonie Senegal) wollen zahlreiche westliche Akteure fälschlicherweise den jüdischen Staat Israel auf eine Stufe stellen.© AFP

Von Raimund Fastenbauer (Mena Watch)

Das 19. Jahrhundert zeichnete sich durch die Entstehung von Nationalbewegungen aus, es kam zur Errichtung des Deutschen Reiches, es gab eine italienische Nationalbewegung und solche der slawisch geprägten Länder. Oft kam es zum „Volkstumskampf“, der Auseinandersetzung zwischen ihnen. Für die Juden, die jedenfalls in Westeuropa den Weg der Emanzipation in der bürgerlichen Gesellschaft suchten, war kein Platz in diesem Denken.

Zwischen bürgerlicher Emanzipation, Engagement in der sozialistischen Bewegung und Abkapselung der Orthodoxie war der Zionismus als profanisierte nationale Verwendung religiösen Gedankengutes innerjüdisch ursprünglich ein Minderheitenprogramm. Die Geschichte aber hat ihm Recht gegeben.

Der Nationalismus führte Europa in zwei Weltkriege und in die Katastrophe der Schoah. Die Europäische Union war als Antwort darauf gedacht, um das Geschehene zu überwinden und durch einen Europagedanken zu ersetzen.

Die Juden, auch jene in Israel, werden an diesem Gedankengut gemessen, das auf der friedlichen Lösung von Konflikten beruht. Dabei wird die Geschichte des Konfliktes zwischen Juden und Arabern ausgeblendet, arabische Angriffskriege und Verweigerungen zu Verhandlungen werden vergessen. Während die Juden geistesgeschichtlich Europa zugezählt werden, fehlt es dennoch an Verständnis für die Bedeutung des Staates Israel als jüdischem Staat für das Weiterbestehen des Judentums gerade nach und wegen der Schoah. Die Erinnerung an das einmalige Verbrechen verblasst.

 

Schlechtes Gewissen als Instrument gegen Israel

Die arabische Gegenseite, nicht zuletzt wegen des schlechten Gewissens aufgrund des Kolonialismus, wird quasi der Dritten Welt zugezählt. An sie werden, wenn überhaupt, viel geringere moralische Ansprüche gestellt. Dieses „whitening of the Jews“ findet sich heute auch bei der teilweise islamistisch beeinflussten „Black Lives Matter“-Bewegung in Amerika. Eine eigenartige Koalition zwischen Linken und klerikalen Vertretern eines politischen Islam entsteht. Umgekehrt richten weiße Rassisten ihre Aggression auch gegen Juden, wie gegen alle Minderheiten.

Europäische Politiker versuchen im Moment, Israel – wie britische Kolonialoffiziere einen Eingeborenenstamm – über das gewünschte Wohlverhalten zu belehren.

Diesem Nichtverstehen gesellt sich v. a. in Österreich und Deutschland ein schlechtes Gewissen ob der Beteiligung oder dem Wegschauen der Eltern- und Großelterngeneration an der Schoah hinzu. Einerseits entwickelte sich eine ritualisierte Gedenkkultur bei der an einschlägigen Jahrestagen „Niemals wieder!“ gerufen wird. Andererseits wird in einer Umdrehung des alten antisemitischen Motivs „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ nun den Juden in Israel Völkermord unterstellt und Gaza mit dem Warschauer Ghetto verglichen. Wenn die Juden also auch Mörder sind, ist man quasi quitt.

Dann kann man auch als Europäer mit gutem Gewissen Geschäfte mit jenen machen, die nach der Vernichtung der Juden rufen. Der Unterschied zu den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist nur, dass diese Leute heute im Iran sitzen.

 

Raimund Fastenbauer ist Generalsekretär der IKG in Ruhe, Vizepräsident der Bnai Brith, Mitglied von Mauthausenkomitee und DÖW, und seit Jahren aktiv in der Bekämpfung alter und neuer Formen des Antisemitismus.

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