Einmal ist eine „Zweistaatenlösung“ bereits grandios gescheitert: Die Katastrophe Pakistan

Der indische Subkontinent wurde 1947 in einen moslemischen und einen hinduistischen Staat geteilt: Das islamische Pakistan ist heute ein Ort der Hoffnungslosigkeit, des staatlichen Versagens und des Fanatismus.

Ein islamischer Mob in Pakistan fordert die Hinrichtung von Asia Bibi. Die pakistanische Christin wurde 2010 wegen Beleidigung des Propheten Mohammed zum Tode verurteilt, 2018 jedoch wieder freigesprochen.© ASIF HASSAN , AFP

Von Anastasia Iosseliani

1948 gab es einen Teilungsplan und eine Zweistaatenlösung, aus der ein Land entstand, das heute eine Atommacht ist, und in dem religiöse und ethnische Minderheiten benachteiligt und entrechtet werden. In diesem Land kann man wegen (vermeintlicher) Blasphemie von staatlicher Stelle ermordet oder von einem Mob gelyncht werden, was besonders die erwähnten ethnischen und religiösen Minderheiten hart trifft. Dieses Land, von dem ich schreibe, wurde gegründet mit dem Ziel, Schutzmacht einer abrahamitischen Religion zu sein, und ist damit kläglich gescheitert. Bei diesem Staat handelt es sich um die erste Islamische Republik der Welt: Pakistan. Der Name des Landes bedeutet auf Deutsch «Land der Reinen». Denn heute werden in Pakistan nicht nur Christen, Hindus und andere Nicht-Muslime systematisch diskriminiert, sondern auch Schiiten und Ahmadiyya – also Muslime, die sich nicht dem sunnitischen Islam zugehörig fühlen.

Wenn über Pakistan in den Medien berichtet wird, dann geht es meist um Terrorismus, Fanatismus und Elend. Schlicht und ergreifend deshalb, weil in Pakistan sich eine Tragödie an die nächste reiht. Denn nicht nur Minderheiten werden in Pakistan unterdrückt, sondern – wie in fast allen islamischen Ländern üblich – auch Frauen. Das zeigen unter anderem Dokumentarfilme wie «Saving Face», in dem es um Säureattacken auf Frauen geht und «A Girl in the River: The Price of Forgiveness» der mutigen Regisseurin und Frauenrechtsaktivistin Sharmeen Obaid-Chinoy, der von einer jungen Frau handelt, die einen versuchten Ehrenmord ihrer Familie überlebt hat und nun, aufgrund der frauenfeindlichen Gesellschaft in Pakistan, ihrer Familie «vergeben» muss, damit ihr Vater aus dem Gefängnis kommt. Diese Filme zeigen, warum das sogenannte «Land der Reinen» zu den fünf schlimmsten Ländern der Welt gehört, in die man als Frau hineingeboren werden kann.

Pakistan entwickelt sich zunehmend zurück und verelendet. Unter dem religiösen Fanatismus, der auf dem Gebiet der Atommacht herrscht, leiden die religiösen Minderheiten, darunter die Christin Asia Noreen, die auch als Asia Bibi bekannt geworden ist. Asia Bibi, die früher Erntehelferin war und Analphabetin ist, wurde von ihren muslimischen Arbeitskolleginnen verleumdet und der Blasphemie bezichtigt. Dafür verbrachte Asia Bibi fast zehn Jahre in Einzelhaft, immer in der Angst, hingerichtet zu werden. Nachdem das Oberste Gericht Pakistans Asia Bibi freigesprochen hatte, zog der islam-fanatische Mob durch die Straßen und forderte, dass Asia Bibi und die Richter ermordet werden.

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