Wer war Jonas Salk?

Der amerikanisch-jüdische Arzt, Entdecker des Polio-Impftoffes und Bezwinger der schrecklichen Kinderlähmung ist ein Held der Menschheit – aber in Deutschland kaum bekannt.

Dr. Jonas Salk spricht vorm Weißen Haus, an der Seite von Präsident Eisenhower.© AFP

Von Dr. Nikoline Hansen

Schon immer wurde die Menschheit von Krankheiten geplagt. Dass es dabei nicht nur Einzelne traf, sondern dass Krankheiten sich in Gemeinschaften teilweise sehr schnell verbreiten, ist ein Phänomen, das sich anfangs nicht erklären ließ. So führte etwa die Pest, die die Menschheit seit mehreren tausend Jahren plagt, noch im Mittelalter zu Pogromen gegen Juden – in der Regel noch ehe die Krankheit vor Ort zuschlug: die Furcht reichte aus, um die Menschheit in Angst und Schrecken zu versetzen. Zugleich begann Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Fortschreiten der medizinischen Wissenschaft die Möglichkeit, Krankheitserreger zu identifizieren und zu bekämpfen. Der Gedanke, Menschen zu immunisieren war der nächste Schritt, und so ist es nicht verwunderlich, dass Impfungen gerade im Hinblick auf solche Erkrankungen, von denen viele Menschen betroffen sind, eine große Rolle in der modernen Medizin spielen. Bekannt ist die Erfolgsgeschichte der Pockenimpfung, die zur Ausrottung der Krankheit führte. Weniger bekannt ist die Geschichte der Polioimpfung, die zu einer Eindämmung der Kinderlähmung führte: In den Ländern, in denen regelmäßig geimpft wird, sind insbesondere Kinder vor dieser heimtückischen Krankheit inzwischen gut geschützt. Wer war nun der „Erfinder“ der Impfung gegen Kinderlähmung, und weshalb ist er in Deutschland eigentlich weitgehend unbekannt?

Jonas Edward Salk wurde am 28. Oktober 1914 als ältester Sohn russisch-jüdischer Immigranten in New York geboren. Er war der erste in der Familie, der studierte. Dies gelang ihm auch dadurch, dass er mit der entsprechenden Unterstützung seiner Eltern – der Vater war Damenschneider – seinem Bildungshunger zielstrebig folgte. So besuchte er das College, konnte dort als einer der Besten seinen Abschluss machen und dadurch mit einem Stipendium ausgestattet 1939 an der New York University School of Medicine schließlich ein Medizinstudium abschließen. Da er sich mehr für die wissenschaftlichen Aspekte als die praktische Tätigkeit als Arzt interessierte, arbeitete er in der Folgezeit am Mount Sinai-Krankenhaus in New York als Wissenschaftler, spezialisierte sich auf Epidemien und schließlich die Immunologie. 1942 erhielt er ein Forschungsstipendium der Universität Michigan um einen Impfstoff gegen Grippe zu entwickeln, wurde kurz darauf Assistenzprofessor und bildete sich weiter im Bereich der Methoden der Impfstoffentwicklung.

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