Als der Schekel das Israelische Pfund ersetzte

Der Schekel ist für Israelbesucher ein wesentlicher Bestandteil ihrer Reise. Doch erst vor 40 Jahren wurde er als offizielle Landeswährung des jüdischen Staates eingeführt. Der Name bezieht sich auf eine antike Gewichtseinheit.

5-Lirot-Note von 1968 mit Porträt Albert Einsteins © WIKIPEDIA

(Israelnetz) Seit 40 Jahren heißt die offizielle Währung in Israel Schekel. Der hebräische Name erscheint bereits in der Bibel. Doch bis zu seiner Einführung im Februar 1980 gab es mehrere Währungsreformen – und eine weitere fünf Jahre danach.

Das damals als Palästina bekannte Gebiet war bis 1917 Teil des Osmanischen Reiches. Damit war seine Währung an die der türkischen Herrscher angeglichen. Doch auch ägyptische Piaster waren im Gebrauch. Infolge der Niederlage der Osmanen im Ersten Weltkrieg ging Palästina als Mandatsgebiet an Großbritannien über. Die Briten führten 1927 das Palästina-Pfund ein. 1 Pfund entsprach 1.000 Mils.

Nach der Staatsgründung am 14. Mai 1948 wurde es durch das Israelische Pfund ersetzt, das ebenfalls aus jeweils 1.000 Mils bestand. Ab 1949 hießen die kleineren Geldeinheiten Prutot. Das hebräische Wort „pruta“ bedeutet „kleine Münze“. 1960 kam an ihre Stelle die Agora. Nun entsprachen 100 Agorot einem Pfund. Der Name Pfund wiederum war austauschbar mit der Bezeichnung Lira.

 

Alter und Neuer Schekel

Am 24. Februar 1980 führte Israel wegen der hohen Inflation den Schekel ein, die Agora blieb als kleinere Einheit. Der Ausdruck „Schekel“ stammt aus der Bibel und bezeichnet eine Maßeinheit. Die Wörter „mischkal“ (Gewicht) und „schakal“ (wiegen) sind damit verwandt. Für je 10 Pfund erhielten die Menschen 1 Schekel.

Eine starke Inflation führte indes bereits 1985 zu einer weiteren Währungsreform. Seitdem heißt die offizielle Währung des jüdischen Staates „Schekel Chadasch“ – Neuer Israelischer Schekel (NIS). Er wurde zum Kurs von 1:1.000 umgetauscht. Der Neue Schekel gilt auch in den „Palästinenser“-Gebieten als gesetzliches Zahlungsmittel. Die arabische Bezeichnung ist „Schikil Dschadid“.

Banknoten gibt es heutzutage im Wert von 20, 50, 100 und 200 Schekel. Als Münzen sind 10 Agorot, ein halber Schekel sowie 1, 2, 5 und 10 Schekel im Umlauf. Die 1-Agora-Münze wurde 1991 aus dem Verkehr gezogen, die 5-Agorot-Münze ist seit 2008 nicht mehr in Gebrauch. Ursprünglich gab es auch 1-, 5- und 10-Schekel-Scheine.

Nach dem aktuellen Kurs ist 1 Neuer Israelischer Schekel rund 0,27 Euro wert. Umgekehrt würde ein Kunde beim Geldwechsler für 1 Euro 3,70 Schekel erhalten.

 

Biblische Wurzeln

Im Altertum war der Schekel ein vorderasiatisches Gewichtsmaß für Gold, Silber, Kupfer und Zinn. Abraham erwarb für 400 Schekel in Hebron eine Parzelle für die Beerdigung seiner Frau Sarah. Heute befindet sich dort das Patriarchengrab. In 1. Mose 23,16 heißt es: „Abraham hörte auf Efron und wog ihm die Summe dar, die er genannt hatte vor den Ohren der Hetiter, vierhundert Schekel Silber nach dem Gewicht, das im Kauf gang und gäbe war.“

Die Tempelsteuer betrug einen halben Schekel: „Es soll aber jeder, der gezählt ist, einen halben Schekel geben nach dem Münzgewicht des Heiligtums; ein Schekel wiegt zwanzig Gramm. Dieser halbe Schekel soll als Abgabe für den HERRN erhoben werden.“ Dieses Gebot findet sich in 2. Mose 30,13.

Bis heute feiern Juden einen Monat nach der Geburt ihres ersten Sohnes Pidion HaBen – die Auslösung der Erstgeburt. Dazu steht in 4. Mose 18,15f. geschrieben: „Alles, was zuerst den Mutterschoß durchbricht bei allem Fleisch, es sei Mensch oder Vieh, das sie dem HERRN bringen, soll dir gehören. Doch sollst du die Erstgeburt eines Menschen auslösen lassen, und die Erstgeburt eines unreinen Viehs sollst du auch auslösen lassen. Du sollst es aber auslösen, wenn‘s einen Monat alt ist, und du sollst es auslösen lassen nach der Ordnung, die dir gegeben ist, um fünf Schekel nach dem Gewicht des Heiligtums, das Silberstück zu zwanzig Gramm.“ Wer seinen erstgeborenen Sohn auslöst, verwendet in der heutigen Zeit dafür Silbermünzen, die diesem Gewicht entsprechen.

Im Jahr 1897 wurde in Basel der Erste Zionistische Weltkongress abgehalten. Die Juden, die nach der Gründung eines jüdischen Staates in Palästina strebten, erhoben einen Mitgliedsbeitrag. Diesen nannten die Zionisten ebenfalls Schekel.

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