Junge West-Europäer: Geballtes Unverständnis für jüdische „Siedler“

Für die überwiegend säkularen West-Europäer ist die Bibel bedeutungslos geworden – und die historische Verbundenheit der Juden zu Israel weder bekannt noch nachvollziehbar.

Yishai Fleisher ist der internationale Sprecher der jüdischen Gemeinde von Hebron und ein Rundfunksprecher mit einem wöchentlichen Podcast auf „The Land of Israel Network”.© WIKIMEDIA

Von Yishai Fleisher (Redaktion Audiatur)

Als sich im vergangenen Monat die führenden Politiker der Welt in Jerusalem versammelten, um an Auschwitz zu erinnern und der 75 Jahre seit der Befreiung zu gedenken, saß ich mit zwei Deutschen in meinem Büro in Hebron. Diese beiden jungen Männer, aufstrebende Journalisten, hatten bereits in einigen der angesehensten deutschen Zeitungen geschrieben und verbrachten ein Semester an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Sie waren nach Hebron gekommen, um sich selbst ein Bild vom arabisch-israelischen Konflikt zu machen – und heute war mein Tag, um den Fall der jüdischen „Siedler“ zu erläutern.

Wir sprachen über die aktuellen Themen, darunter das Gedenken an Auschwitz und die Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Jerusalem. Dann erläuterte ich die Geschichte des jüdischen Hebrons und sprach über die überraschend guten Beziehungen zwischen der jüdischen Gemeinde der Stadt und einigen ihrer arabischen Clans.

Eine Frage tauchte jedoch immer wieder in verschiedenen Formen auf: Warum sind Sie wirklich hier? Warum ist Hebron für Sie wichtig? Warum leben Sie in einer gefährlichen Nachbarschaft, wo Sie nicht erwünscht sind?

Ich sagte ihnen, dass Hebron ein wesentlicher Faktor für die jüdische Identität ist, weil in der Stadt der erste Immobilienkauf des jüdischen Volkes im Land Israel stattfand. Ich erzählte ihnen von der besonderen Bedeutung des Grabmals der Patriarchen, der Gründer des jüdischen Volkes und von der ununterbrochenen jüdischen Präsenz in Hebron seit der Antike. Ich ging die klassischen Antworten durch. Es wurde jedoch deutlich, dass meine deutschen Gäste nicht wirklich verstanden, was ich sagte.

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