Die plötzliche Wandlung des Mainzer Weihbischof Dr. Udo Bentz zum „Nahost-Experten“

Der katholische Geistliche polemisiert gegen die israelischen Schutzanlagen, die das Land vor arabischen Terrorangriffen bewahrt.

Aus dem Terminkalender des anti-israelischen Priesters.

Von Tina Adcock

Die Deutsche Bischofskonferenz gründete einst eine Unterkommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum, die sich um den christlich-jüdischen Dialog bemüht. In ihrer Pressekonferenz vom 13. Februar 2019 erklärten sie: „Wir sind dankbar, dass die Rabbiner auf die schwierige Lage der Christen im Mittleren Osten und anderen Teilen der Welt aufmerksam machen, deren Religionsfreiheit stark eingeschränkt ist, die sozial diskriminiert und nicht selten offen verfolgt werden. Der Verurteilung ‚jede(r) Gewalt gegen Personen aufgrund ihres Glaubens oder ihrer Religion‘ sowie ‚alle(r) Akte von Vandalismus, mutwilliger Zerstörung und/oder Entweihung von heiligen Stätten aller Religionen‘ stimmen wir vorbehaltlos zu und versichern unseren jüdischen Partnern, dass auch wir uns weiterhin gegen jede Form von Antisemitismus und für die Förderung jüdischen Lebens einsetzen werden – eingedenk des Wortes des Propheten Sacharja: ‚Wer euch antastet, tastet meinen Augapfel an.‘ (Sach 2,12)“

Diese Stellungnahme liest sich durchaus positiv und manch einer könnte denken, dass die deutschen Bischöfe sich in dieser Erklärung auch gegen den Antisemitismus von Seiten der „Palästinenser“ aussprechen, welcher weit über antisemitische Reden hinausgeht und vielmehr in Selbstmordattentaten und Raketenbeschüssen von Gaza Ausdruck findet. Wer dieser Annahme erliegt, soll hier nun enttäuscht werden.

Ein Beispiel für einen Bischof, der die „Verurteilung jede(r) Gewalt gegen Personen aufgrund ihres Glaubens oder ihrer Religion“ nicht ganz so ernst nimmt, wenn es um den jüdischen Staat geht, ist Weihbischof Dr. Udo Bentz, Vorsitzender der „Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten der Kommission Weltkirche“ der Deutschen Bischofskonferenz. Der am 15. Juli 2015 von Papst Franziskus zum Weihbischof im Bistum Mains ernannte Bentz, äußert sich durchaus mitfühlend, wenn es um „Palästinenser“ geht, die unter dem „unterdrückerischen“ Staat Israel zu leiden haben.

 

Die Hamas scheint Bischof Bentz zu übersehen

Am 13. Januar 2020 besuchte der Weihbischof, anlässlich des internationalen Bischofstreffen im Heiligen Land, den Gazastreifen, um christliche Familien und Organisationen zu besuchen. In seinem Facebook-Status stellte er fest, dass sich die „Abwärtsspirale“ in Bezug auf den Zustand der christlichen Gemeinden in Gaza weiter nach unten drehe. Er erwähnte weiter die eingeschränkte Ein- und Ausreiseerlaubnisse über Weihnachten, die Begrenzung auf 8 Stunden Strom am Tag, unter der die Bewohner Gazas zu leiden haben und die hohe Arbeitslosenquote. Mit keiner Silbe wird hierbei jedoch erwähnt, wer die wahren Verursacher dieser Situation sind, nämlich die den Gazastreifen beherrschende Terrororganisation Hamas und die „Palästinensische Autonomiebehörde“ in Judäa und Samaria.

Ebenfalls wird der Grund für die eingeschränkte Einreise nach Israel verschwiegen. Bei bei dem Gazastreifen handelt es sich nämlich um genau jenen Ort, an dem seit 2018 nahezu jede Woche gewaltsame „Proteste“ an der Grenze zu Israel stattfinden, bei der israelische Soldaten, sowie grenznahe Siedlungen mittels Geschossen und Ballons, die brennbares Material transportieren, angegriffen werden. Verschwiegen wird auch, dass in Gaza anders als in Israel, zur Weihnachtszeit auf öffentlichen Plätzen kein Weihnachtsbaum oder gar Christschmuck zu sehen ist, wollen doch die letzten, ca. 2.000 Christen, keine allzu große Aufmerksamkeit erregen oder gar provozieren. Ebenfalls erwähnenswert ist, dass, wer nicht Mitglied der Hamas ist, erschwerte Jobchancen im Gazastreifen hat.

Dafür, dass die Herren Bischöfe der Doktrin „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ so treu bleiben, wenn es um die Christenverfolgung in den arabischen Ländern geht, teilt Weihbischof Bentz im großen Maße gegen Israel aus, unter Beihilfe von Auflistung falscher „Fakten“ und Schuldzuweisungen.

In einem weiteren Facebook-Beitrag vom 15. Januar 2020 stellt Bentz fest: „Ich kenne keine Mauer, die Frieden dauerhaft sichert!“, und meint dabei die Mauer zum Westjordanland. Erstens müsste es, um Frieden zu sichern, erst einmal einen wahren Frieden geben, daran hat aber vor allem die „Palästinensische Autonomiebehörde“ unter Abbas eher wenig Interesse, lässt sich doch mit einem Konflikt die Villa außerhalb des Westjordanlandes viel besser finanzieren, als mit Frieden. Davon abgesehen spricht der Weihbischof davon, dass „die Mauer“ einen Konflikt nur weiter verschärfen würde. Dass die Errichtung der vermeintlichen Aggression allerdings dafür gesorgt hat, dass die mannigfach verübten Selbstmordattentate von Seiten der „Palästinenser“ auf die Israelis um ein vielfaches zurückgegangen sind, scheint dem Bischof bei seiner Recherche entgangen zu sein.

 

„Enthemmung Israels“

Während eines Interviews am 16. Januar 2020 mit Domradio sagte der Weihbischof, dass er „eine gewisse Enthemmung Israels bei der Siedlungspolitik“ erkennen würde. Gleichzeitig teilt Bentz gegen die USA aus: „Der Eindruck entsteht, dass es durch eine veränderte Politik der USA eine gewisse Enthemmung in der Dynamik des Abtrennens geschaffen hat.“ Dass die sogenannte Siedlungspolitik zum einen weder völkerrechtswidrig ist, noch einen Konflikt verschärft, scheint der Bischof entweder nicht begriffen, oder nicht als erwähnenswert empfunden zu haben, da sie nicht dem Gesamtbild seiner Propaganda entsprechen würden. Zur gleichen Zeit kritisiert er weder die illegalen „palästinensischen“ Siedlungen in Zone C, noch die in Jerusalem, denen die israelischen Behörden aus u.a. verwaltungstechnischen Gründen und wegen der eindrucksvollen Europäischen Finanzierung, nicht genug entgegenzusetzen haben. Wird doch einmal ein Haus abgerissen, so wie es ebenfalls mit illegal gebauten Gebäuden in Deutschland der Fall wäre, sind die Krokodilstränen der EU und der Vorwurf von Diskriminierung nicht weit.

Es fällt nicht schwer, Bentz Antisemitismus vorzuwerfen, erfüllt er doch alle drei Kriterien nach Nathan Scharansky: Delegitimierung, Dämonisierung und Doppelte Standards in Hinblick auf Israel und den Rest der Welt. Die restlichen Bischöfe täten gut daran, sich anderweitig zu positionieren und die Äußerungen von Bentz nicht umkommentiert zu lassen, ansonsten unterstreichen sie eine Annahme, die der Majorität der Christen nicht gerecht werden würde – nämlich die, dass die katholische Kirche nichts aus ihrer Geschichte gelernt hätte.

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