Deutsche Medien-Vorwürfe gegen Netanjahu: Verriss um jeden Preis

Die ARD verwechselt in ihrer Berichterstattung über Korruptionsvorwürfe gegen den israelischen Premier Wunsch und Wirklichkeit.

Staatsanwalt Avichai Mandelblit© Menahem KAHANA , AFP

Von Ulrich W. Sahm

„Netanjahu ist offiziell angeklagt“, behauptete die ARD am 31. Dezember 2019 zur besten Sendezeit. Und wieder einmal entsprang das, was hier vom Ersten Deutschen Fernsehen behauptet wurde, der Fantasie von Leuten, die offenbar zwischen Wunsch und Wirklichkeit nicht unterscheiden können.

Zwar wird tatsächlich seit Jahren über Korruption und Bestechlichkeit von Netanjahu diskutiert und spekuliert, und seit langem ermittelt auch die Polizei. Der Rechtsberater der Regierung und Staatsanwalt Avichai Mandelblit hat auch immer wieder die Absicht bekundet, in vier Fällen eine Anklageschrift gegen Netanjahu einreichen zu wollen. Doch bisher gibt es nirgendwo einen Hinweis, dass sich Mandelblit mit allen notwendigen Vollmachten an ein Gericht gewandt und die fällige Gebühr gezahlt hätte.

 

Der Wunsch war Vater des Gedankens

Solange dieser formale Schritt aber nicht getan ist, sollten sich auch die Kollegen an die Regeln des Journalismus halten. Einer der deutschsprachigen Korrespondenten, der voreilig behauptet hatte, dass schon eine Anklage vorliege, antwortete schriftlich auf die Anfrage, wann und wo denn Anklage erhoben worden sei:

„Wahrscheinlich war bei mir der Wunsch so sehr Vater des Gedankens, dass ich das ‚Detail‘ übereilt formuliert habe.“

Interessant ist dann auch noch der angefügte Zusatz zu dem Eingeständnis des Fehlers:

„Ich hoffe aber trotzdem, dass Du jetzt nicht ins Lager der Bibi-Verteidiger übergeschwenkt bist.“

Liebe Kollegen, Netanjahu ist es völlig egal, ob wir ihn verteidigen oder verdammen, denn Journalisten aus Europa sind im Allgemeinen keine Wähler – und was wir von unserer deutschen Warte aus über eine Sache persönlich denken, ist hier in Israel völlig irrelevant. Denn wenn eines sicher ist, dann die Tatsache, dass die Knesset in Jerusalem steht, und weder im ARD-Studio in Tel Aviv noch in München, Hamburg oder Berlin die israelische Politik bestimmt wird.

Sie können diesen Artikel vollständig in der gedruckten oder elektronischen Ausgabe der Zeitung «Jüdische Rundschau» lesen.

Vollversion des Artikels

€ 0,75 inkl. MwSt.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Hier können Sie

die Zeitung abonnieren,
die aktuelle Ausgabe oder frühere Ausgaben kaufen
oder eine Probeausgabe der Zeitung bestellen,

in gedruckter oder elektronischer Form.

Vollversion des Artikels

€ 0,75 inkl. MwSt.
Zugang erhalten

Sehr geehrte Leser!

Die alte Website unserer Zeitung mit allen alten Abos finden Sie hier:

alte Website der Zeitung.


Und hier können Sie:

unsere Zeitung abonnieren,
die aktuelle oder alte Ausgaben bestellen
sowie eine Probeausgabe bekommen

in der Druck- oder Onlineform

Unterstützen Sie die einzige unabhängige jüdische Zeitung in Deutschland mit Ihrer Spende!

Werbung


Wenn Kirchenleute politisieren

Wenn Kirchenleute politisieren

Eine Gruppe von Kirchenoberen beklagt Missstände im Gazastreifen und im Westjordanland. Siedlungen betrachten sie als Friedenshindernis.

Wasser aus der Luft

Wasser aus der Luft

Eine bahnbrechende israelische Erfindung gewinnt in Las Vegas einen Preis auf der weltweit größten Elektronikmesse.

Trumps neuer Nahost-Friedensplan

Trumps neuer Nahost-Friedensplan

US-Präsident Trump hat seinen seit langer Zeit angekündigten „Jahrhundertdeal“ präsentiert. Ein Überblick.

David Ben-Gurion über die religiöse Bedeutung von Hebron für das jüdische Volk

David Ben-Gurion über die religiöse Bedeutung von Hebron für das jüdische Volk

OObwohl Israels Staatsgründer durch und durch säkular war, war auch ihm die historische Bedeutung Judäas und Samarias für das Judentum bewusst.

Als ein Araber für ein paar Tage Präsident von Israel war

Als ein Araber für ein paar Tage Präsident von Israel war

Trotz ungerechtfertigter Apartheids-Vorwürfen steigen Angehörige religiöser Minderheiten in Israel in höchste Ämter auf – in den islamischen Staaten nahezu nie.

Der Überlebenskampf der politischen Linken in Israel

Der Überlebenskampf der politischen Linken in Israel

Israels Linksparteien haben sich durch ihre anti-rationale Politik derartig diskreditiert, dass die Arbeitspartei, die jahrzehntelang den Staat mit absoluten Mehrheiten regiert hatte, droht unter die Sperrklausel zu fallen.

Positiv-Rekord: Noch nie so wenig gefallene Soldaten wie 2019

Positiv-Rekord: Noch nie so wenig gefallene Soldaten wie 2019

Dank Israels umsichtiger Politik starben im vergangenen Jahr so wenige Zahal-Angehörige wie noch nie zuvor.

Es ist Zeit die Delegitimierer zu delegitimieren!

Es ist Zeit die Delegitimierer zu delegitimieren!

Bericht von der „NGO Monitor“-Konferenz in Tel Aviv mit Nathan Scharansky und Elan Carr, dem neuen US-Sonderbeauftragten gegen Antisemitismus.

Araber in Israel – von Schein und Wirklichkeit

Araber in Israel – von Schein und Wirklichkeit

Der vorsätzlich falsche Vorwurf „Apartheid-Staat“ macht noch immer die Runde gegen Israel. Der Wirklichkeit hält diese Lüge nicht Stand.

Die islamische Kultur kennt nur Eroberer und Besiegte

Die islamische Kultur kennt nur Eroberer und Besiegte

Das demokratische Israel wird sich dieser Logik wohl beugen müssen und den Frieden nur durch eigene militärische Stärke bewahren können.

Führung durch Negba

Führung durch Negba

Zu Besuch im 1939 gegründeten Kibbuz in Zentralisrael

Der Taylor Force Act

Der Taylor Force Act

Die Eltern eines ermordeten amerikanischen Terroropfers bringen die „Palästinensische Autonomiebehörde“ international in große Bedrängnis.

Werbung

Alle Artikel
Diese Webseite verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Mehr dazu..
Verstanden