Leviathan: Das neue Gasfeld im Mittelmeer bedeutet eine energiepolitische Revolution

Zum ersten Mal wird Israel Unabhängigkeit auf dem Energiesektor erlangen – und hofft außerdem, dass Gasexporte die Beziehungen zu seinen Nachbarn verbessern werden.

Förderplattform im israelischen Mittelmeer © Marc Israel SELLEM / AFP

 

(Mena Watch) Am israelischen Offshore-Gasfeld Leviathan wurde am Dienstag mit der Förderung von Erdgas begonnen. Das Konsortium der Betreiberfirmen nannte dieses Ereignis einen „historischen Wendepunkt in der Geschichte der israelischen Wirtschaft“.

In einer gemeinsamen Erklärung der Partnerfirmen Noble Energy, Delek Drilling und Ration heißt es, der Beginn der Förderung werde zu einer sofortigen Senkung der einheimischen Strompreise führen und den Beginn des israelischen Gasexports markieren. „Zum ersten Mal in der seiner Geschichte wird Israel zu einem nennenswerten Gasexporteur“, ist in der Verlautbarung zu lesen.

Am 17. Dezember gab Energieminister Yuval Steinitz bekannt, dass der Verkauf von Gas aus dem Gasfeld Leviathan und dem kleineren Feld Tamar an Ägypten bewilligt wurde.

Ein Sprecher der israelischen Partnerfirma Delek sagte, dass die Lieferungen an Ägypten am 1. Januar beginnen sollen. Zum ersten Mal wird Ägypten, das 1979 als erstes arabisches Land einen Friedenvertrag mit Israel unterzeichnete, Gas von seinem Nachbarn importieren.

Bisher hat Israel Gas aus Ägypten bezogen, aber oberirdische Teile der Pipeline wurden in den Jahren 2011 und 2012 mehrfach von Dschihadisten am Sinai angegriffen. (…) Israels östlicher Nachbar Jordanien bezieht bereits seit drei Jahren kleinere Mengen an Gas aus dem Gasfeld Tamar.

Neben der Unabhängigkeit in der Energieversorgung hofft Israel, dass seine Gasreserven es ihm ermöglichen wird, die strategischen Verbindungen in der Region zu stärken und neue zu schaffen. Ein Auge wird darüber hinaus auf den europäischen Markt geworfen.“

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