Lassen die Grünen Israel im Ernstfall im Stich?

Die Aussagen des grünen Parteivorsitzenden Robert Habeck nach seinem Besuch im Heiligen Land lassen erahnen, dass sich Israel auf ein Deutschland unter grüner Führung besser nicht verlassen sollte.

Grünen-Chef Robert Habeck© McDOUGALL / AFP

Von Dr. Marcus Ermler

Mit politischen Heilsverkündigern ist das so eine Sache. Hannah Arendt und Eric Voegelin sehen sie als Auguren einer „selbsterfundenen Scheinordnung“, die der realen Welt nur derlei unprüfbare Versatzstücke entnehmen, so dass sie letztlich nicht als Erlöser einer Ordnung „über das Sein, sondern eine[r] Phantasiebefriedigung“ wirken. Solch „Glaubenssysteme“ halten, mit Horkheimers und Adornos „Elemente des Antisemitismus“ konstatiert, „etwas von jener Kollektivität fest, welche die Individuen vor der Erkrankung bewahrt“. Denn die Glaubensjünger „haben Angst davor, ihren Wahnsinn alleine zu glauben.“

Den Jüngern erscheint so „im Angesicht der Verzweiflung“, um mit Adornos „Minima Moralia“ zu schließen, die Welt in diesem „Messianischen Lichte“ nunmehr „versetzt, verfremdet, ihre Risse und Schründe offenbart“. Oder anders gesagt: Die Wirkung der messianischen Phantasiebefriedigung ist proportional zur Antizipation des Unheil auflösenden Erlösungswerks durch seine Anhänger. Wer sich das vergegenwärtigen will, denke an die Thunberg‘sche Erlösungsreligion von der klima-apokalyptischen Endzeit, die sich nur so lange entfalten kann, wie Fridays, Parents und Scientists for Future dieser scheinordnenden Eschatologie Glauben schenken und somit Wirkmächtigkeit verleihen.

Robert Habeck ist solch ein zur messianischen Heilgestalt erkorener „Phantasiebefriediger“, insbesondere für die linksgrüne Wohlstandsklientel, die zwar Flugmeile um Flugmeile anhäuft, sich aber Rettung wie Sündenvergebung durch die Wahl der grünen Klimakirche erbittet. So soll Habeck im Gespann mit seiner Co-Vorsitzenden Baerbock „Klimaschutz betreiben […], damit es uns allen weiterhin gut geht und wir uns wohlfühlen können“ und sich so „um Wohlstand und Freiheit“ kümmern. Aktuell teilt Habeck angesichts der menschlichen Tragödien auf griechischen Inseln als hypermoralinsaurer Inquisitor die Gesellschaft – und das als leibhaftige Reminiszenz an den Flüchtlingssommer 2015 – in gläubige Jünger und ungläubiges Pack.

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