Die Stadt Maria Magdalenas

Die Erlebnisse des pensionierten Bäckermeisters Wilfried Schroths, der ehrenamtlich in Israel bei archäologischen Ausgrabungen hilft

Der ehrenamtlicher Ausgrabungshelfer Wilfried Schroth

Von Michael G. Fritz

„Als die Legionäre Christi hier am See Genezareth einige Grundstücke erwarben und ein mexikanischer Investor ein Hotel bauen wollte, beteten sie zu Gott: Bitte lass uns nichts finden, aber wenn schon, dann etwas sehr Großes. Ihr Gebet wurde erhört. Was sie fanden, war ein Geschenk Gottes“, erzählt Wilfried Schroth. Er stammt aus dem Bodenseegebiet, ist Bäckermeister gewesen; nun im Rentenalter lebt er sechs Monate im Jahr, Herbst und Winter, mit seiner Frau im Heiligen Land. Seit 2000 ist er in Israel, zehn Jahre später zog er nach Migdal und beteiligt sich an den Ausgrabungen – ohne Bezahlung, versteht sich. Bald wird er für immer hier wohnen. Er trägt ein tiefblaues T-Shirt mit der Aufschrift „Duc in altum“, was so viel wie „Fahr hinaus ins Weite“ bedeutet.

Warum folgt jemand so einem Plan? Er könnte doch sein Leben in aller Ruhe in seinem Haus in einem der beschaulichen Teile Deutschlands verbringen und seine Rente genießen.

„Gerade das will ich nicht“, stellt er fest und unterstreicht seine Worte mit energischen Handbewegungen. „Ich bin kein Israel-Fan, aber ich trage Israel im Herzen. Dann muss man etwas tun.“ Er sagt es so selbstverständlich, dass ich gar nicht dazu komme, die Worte pathetisch zu empfinden. Schroth gehört keiner der Volkskirchen an, er ist Christ, jedoch freikirchlich. Migdal sei Hebräisch, erfahre ich, und bedeute übersetzt „Turm“. Auf Aramäisch, der Sprache Jesu, heißt die

Stadt Magdala. Die Stadt gab Maria Magdalena den Namen, wahrscheinlich wurde sie sogar hier geboren. Fest steht, dass Jesus sie besucht hat. Sie war nicht nur seine Begleiterin, sondern auch Zeugin seiner Kreuzigung und Auferstehung.

Im Philippusevangelium, das 1945 in Ägypten gefunden wurde, heißt es, Jesus liebte Maria Magdalena mehr als alle Jünger und küsste sie oft auf den Mund. Vor einigen Jahren stieß man in der Ruinenstätte Qumran am Toten Meer erneut auf Schriftrollen aus dem antiken Judentum in Tongefäßen; in den fünfziger Jahren hatte man bereits über 800 entdeckt. Jesus wird nun auf einem Stück Papyrus zitiert, er spricht von Maria Magdalena als seiner Frau, was einer unerhörten Offenbarung gleichkommt. Ohne in Spekulationen à la Dan Brown verfallen zu wollen: Diese Aussage bestätigt nicht nur seit Langem gehegte Vermutungen, Jesus erhöht Maria Magdalena und gesteht der Frau an sich eine ganz neue Würde zu.

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