Walter Lowdermilk – ein Super-Ökologe für Israel

Die Araber machten aus Palästina eine menschengemachte Wüste, erst die Juden brachten das Land zum Blühen – nicht zuletzt mit der Hilfe des nicht-jüdischen Landwirtschaftsexperten Walter Clay Lowdermilk.

Von Stefan Frank

Das Land könne nicht Hunderttausende oder gar Millionen weitere Bewohner ernähren, lautete Ende der 1930er, Anfang der 1940er Jahre eines der Hauptargumente zur Beschränkung der jüdischen Einwanderung nach Palästina und gegen die Gründung eines jüdischen Staates. Doch als der renommierte amerikanische Agrar- und Forstwissenschaftler Walter Clay Lowdermilk (1888-1974) vor 75 Jahren, im Jahr 1944, das Buch „Palestine, Land of Paromise“ veröffentlichte, räumte er mit diesem Vorurteil gründlich auf. Palästina könne Lebensmittel für Millionen Menschen produzieren, erklärte er, und so nach dem Krieg die verfolgten Juden Europas aufnehmen. Er pries die von den jüdischen Siedlern in Angriff genommene Rückgewinnung der Wüste – ein Projekt, an dem er später, nach der Staatsgründung Israels, mit seinen Ideen zur Bewässerung und Bodenbewirtschaftung selbst großen Anteil haben sollte.

Die Araber hatten sich mit der selbstverantworteten Verwüstung abgefunden

Steinwüsten und Malariasümpfe, wie sie Palästina zu Beginn des 20. Jahrhunderts prägten, waren für Lowdermilk keine Naturgegebenheiten, sondern Ergebnis von Vernachlässigung und falscher Bewirtschaftung:

„Eine arabische Legende erzählt uns: Es war einmal vor langer Zeit, da flog ein Engel, der einen Sack Steine trug, über Palästina. Der Sack barst und alle Steine wurden über die Hügel verstreut. Die wahre Geschichte liest sich ganz anders. Es war einmal vor langer Zeit, da waren die Hügel Palästinas mit fruchtbarer roter Erde bedeckt und von Wäldern, niederer Vegetation und Terrassen geschützt. Dann wurden die Bäume gefällt, die Terrassen wurden vernachlässigt, der fruchtbare Boden wurde vom Regen fortgespült, und am Ende blieben nur die Steine auf den Feldern zurück. Ein Teil der Erde, die von den Hängen weggespült wurde, lagerte sich in Tälern ab, wo man sie bewirtschaftete, bis sie allmählich in Erosionsrinnen weggespült wurde; der größere Teil der Erde wurde bei Überschwemmungen ins Mittelmeer gespült. Dort wurde der Boden von Wellen sortiert, so dass feine Partikel weiter nach draußen aufs Meer gespült wurden, während der schwerere Sand sich nahe der Küste ansammelte und von Wind und Wellen zu großen Dünen aufgetürmt wurde. Diese wiederum stauten die Wasserkanäle, so dass die Küstenebenen tödliches Marschland wurden, wo die Malaria das Land entvölkerte.“

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