Der Antisemit Malcolm X

Noch immer gilt der schwarze Politiker auch in Deutschland als moralische Instanz – zu Unrecht.

Malcolm X

Von Irfan Peci

Malcolm X, der 1965 einem Attentat zum Opfer fiel, wird gern als radikaler schwarzer und muslimischer Bürgerrechtler beschrieben. Zwar kritikwürdig, aber doch so honorig, dass ihn die US-Post 1998 für würdig befand, ihm eine 33-Cent-Briefmarke zu widmen. Solch philatelistische Ehre gewährten ihm zuvor auch andere Staaten, beispielsweise der Iran. „Malcolm X lässt sich kaum verharmlosen. Revolution sei eine blutige Angelegenheit, hat er gesagt. Das Problem sei der Kapitalismus, der den Rassismus brauche, um zu überleben“, fasste ein Rezensent einer Malcolm-X-Biographie zusammen, was ihn auch heute noch in manchen linken und islamistischen Kreisen als Vorbild erscheinen lässt. Trotz aller zugestandenen Kritik am Idol. Vor allem sein Rassismus gegenüber Weißen und seine Militanz in diesem Zusammenhang lässt sich schlecht verschweigen. Doch ein Aspekt bleibt meist unerwähnt. Nämlich, dass er ebenfalls ein radikaler Antisemit war.

In islamistischen Kreisen sorgte auch al-Qaida-Chef Zawahiri dafür, dass Malcolm X populär blieb. In einer Videobotschaft lobte er den Vorkämpfer Malcolm X in den höchsten Tönen, denn der habe sich gegen den „kreuzzüglerischen Westen“ aufgelehnt und sei deshalb auch getötet worden. Afro-Amerikaner wie Colin Powell oder Condolezza Rice seien „House-Negros“, wie Malcolm X es früher schon über assimilierte Afro-Amerikaner gesagt hat.

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