Acht Kerzen, die niemand sehen durfte: Wie Chanukka in der UdSSR gefeiert wurde

Michail Grinberg erinnert sich an die Chanukka-Feiern in der UdSSR© WIKIPEDIA

Im Kommunismus wird die Religion als Bedrohung für das System erachtet und musste deswegen beobachtet und reglementiert werden. So war es für viele Juden in der Sowjetunion eine wahre Herausforderung, Chanukka zu feiern. Nicht nur, weil es keine Chanukka-Kerzen zu kaufen gab, sondern weil man sich bereits „verdächtig“ gemacht hat, wenn man es wagte, jüdische Gebräuche öffentlich zu zelebrieren. (JR)

Von Pawel Lvowski /jewishmagazine.ru

Die Chanukka-Feier in der UdSSR war, wie man heute sagt, eine Herausforderung. Die Behörden schauten argwöhnisch auf jüdische Bürger, die verbotenes Hebräisch studierten und religiöse Zeremonien abhielten. Menschen, die sich gut daran erinnern, wie es vor einem halben Jahrhundert war, erinnerten sich für uns an Brotleuchter, den sowjetischen Chanukka-Tisch und die Besuche von Polizisten im Licht festlicher Kerzen.

 

Stearin und Kartoffeln

Das erste und wichtigste Attribut von Chanukka ist natürlich der achtarmige Kerzenleuchter in verschiedenen Größen und Stilen. Die Chanukka-Leuchter waren in jüdischen Gemeinden in der gesamten GUS lange Zeit keine Seltenheit, aber vor einem halben Jahrhundert waren sie, wie alle anderen rituellen Gegenstände, ein verbotener Gegenstand.

Um Chanukka-Leuchter zu bekommen, nutzte der Gründer des Verlags "Gesharim/Brücken der Kultur" Michail Grinberg persönliche Verbindungen. Sein Freund arbeitete in der Abteilung für Metalle des Instituts für Restaurierung des Kulturministeriums und spezialisierte sich auf Bronze. Er machte einen Kerzenständer für die Greenbergs und dann einen traditionellen Dreidl-Kreisel ("Unglaublich schwer, aber ohne Buchstaben", erinnert sich Grinberg).

Der Generalsekretär des EAEK, ein professioneller Ethnograph und Orientalist, Professor Mikhail Chlenov, war einer der Aktivisten des jüdischen Untergrunds. Erstens lernte und lehrte er Hebräisch; zweitens hatte er einen echten Chanukka-Leuchter. Sein Pech: Es gab keinen Ort, an dem man dünne Chanukka-Kerzen kaufen konnte, also platzierte er gewöhnliche Haushaltskerzen darauf. Freunde und Bekannte machten die Kerzen selbst, auch aus Brot oder Kartoffeln.

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