Streit um Jewish Agency: Israelisch-russische Beziehungen auf dem Prüfstand

Die Jewish Agency ist eine weltweite Organisation, die Juden bei der Einwanderung nach Israel hilft. Nun hat Moskau angekündigt, die russische Niederlassung schließen zu wollen. Dies könnte weitreichende diplomatische und politische Konsequenzen nach sich ziehen. Die Situation wurde weiter verschärft, als Moskau einer Delegation israelischer Regierungsberater, die die Angelegenheit besprechen wollten, die Einreise verweigerte.

Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr 1989 hat die Jewish Agency mehr als eine Million Juden aus Russland und seinen Satellitenstaaten bei der Rückkehr in das Land ihrer Vorväter geholfen. 
© Kirill KUDRYAVTSEV / AFP

Von Ryan Jones/Israel Heute

Russland droht damit, die Organisation, die das Herzstück der Alija, der prophezeiten Rückkehr der israelischen Exilanten, ist, zu schließen, und lehnt israelische Anfragen ab, darüber zu sprechen.

Auf der Kabinettssitzung am 24. Juli in Jerusalem warnte Ministerpräsident Yair Lapid, dass die russische Haltung zu einem Bruch zwischen beiden Ländern führen könnte.

„Die Beziehungen zu Russland sind wichtig für Israel, aber die Schließung der Büros der Jewish Agency wäre ein schwerwiegendes Ereignis, das diese Beziehungen beeinträchtigen würde“, betonte Lapid.

Das russische Justizministerium behauptet, die Arbeit der lokalen Büros der Jewish Agency verstoße gegen russisches Recht“, und fordert, die Organisation aus dem Land zu werfen. Eine Anhörung vor dem Moskauer Bezirksgericht ist für diese Woche angesetzt.

 

Einreise verweigert

Israel hatte gehofft, der bevorstehenden Anhörung vor dem Moskauer Gericht zuvorkommen zu können, indem es mit dem Kreml über die Angelegenheit verhandelt.

Eine hochrangige israelische Delegation unter der Leitung des nationalen Sicherheitsberaters Eyal Hulata sollte am 23. Juli nach Russland aufbrechen. Doch Moskau bestätigte die Visa der Delegation nicht, sodass sich deren Abreise verzögerte und die Spannungen zunahmen.

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