Buchbesprechung „So geschah es – 7. Oktober – Vor allen Augen“

Drei Jahre nach dem beispiellosen Massenmord der Terror-Bande aus Gaza dokumentiert der Sammelband „So geschah es. 7. Oktober. Vor aller Augen." die bestialischen Verbrechen an israelischen Männern, Frauen und Kindern. Simone Schermann, Chaim Noll und 16 weitere Autoren zeigen zugleich, wie der Westen die Opfer im Stich lässt, den islamischen Juden-Hass verharmlost und die Täter zu vermeintlichen Widerstandskämpfern verklärt. Der Titel des Bandes trifft den Kern: Nichts davon geschah im Verborgenen. Die Mörder brauchten keine Zeugen, sie waren ihre eigenen — sie filmten, wie sie Familien in ihren Häusern abschlachteten, sie streamten es live in die Wohnzimmer der Welt, sie riefen stolz ihre Eltern an, um zu berichten, wie viele Juden sie getötet hatten. Und die Welt sah zu. Keine drei Wochen später zogen dieselben Bilder als Beweis für israelische Schuld durch die europäischen Innenstädte. Das ist der eigentliche Skandal, den dieses Buch festhält: Nicht, dass es geschehen ist, während niemand hinsah — sondern dass es geschehen konnte, während alle hinsahen, und dass das Wegsehen erst danach begann, als es galt, die Täter zu Opfern umzuschreiben. Während sich der Antisemitismus in Europa immer weiter unverhohlen ausbreitet, kämpft Israel entschlossen gegen den islamischen Terror. Dem Grauen folgte keine Verzweiflung, sondern der unbeugsame Wille des jüdischen Staates, sich nie wieder wehrlos seinen Feinden auszuliefern und ein selbstbewusster und wehrhafter Staat zu bleiben. (JR)
Grundstürzende Ereignisse – die guten wie die schrecklichen – haben die Angewohnheit, sich tief ins Gedächtnis einzugraben und unsere ganze räumliche Umgebung gleich mitzunehmen. Jeder, der auch nur ein Fünkchen Sympathie für Israel hat, weiß deshalb, wo er war, als die ersten Nachrichten über die Terroranschläge der Hamas am 7. Oktober 2023 eintrafen. Unterwegs auf der Autobahn zwischen Magdeburg und Berlin sagte ich zu mir selbst „das kann nicht sein!“. Noch nie in meinem Leben habe ich mich so nutzlos gefühlt wie an jenem Abend, an dem wir eigentlich feiern wollten, gemeinsam mit einigen Autoren jenes Buches, das Gegenstand dieses Textes ist. Statt Freude folgte vor drei Jahren eine schlechte Nachricht auf die andere und ich konnte nicht mal mit ein paar lumpigen Papiertaschentüchern aushelfen, weil ich keine dabei hatte.
Die Autoren im Buch von Simone Schermann und Chaim Noll legen nicht nur Finger in noch offene Wunden, sie gehen auf die Suche auch den Ursachen unsere Verwunderung und unserer ungläubigen Rufe, dass „so etwas“ doch gar nicht sein könne. Denn wie so oft nach Ereignissen jenseits aller Vorstellungskraft schießen die Verschwörungstheorien ins Kraut. Umso schneller, wenn sie sich an die Mutter aller Verschwörungstheorien ansaugen können, an die Legende „vom Juden“, der bei allem, was passiert, die Fäden zieht, selbst dann, wenn es vor allem Juden sind, die zu Opfern werden. Die Frage nach dem wie und warum des Terrors vom 7. Oktober ist jedoch beantwortet und damit die Gewissheit nicht den Relativismen, Verdächtigungen und spitzfindigen Theorien zum Opfer fällt, muss es Bücher wie dieses geben.
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