Lebenswege der Kriegskinder aus „verbotenen“ Beziehungen

Die Kinder aus sogenannten „verbotenen“ Beziehungen zwischen deutschen Frauen und ausländischen Kriegsgefangenen, Zwangsarbeitern oder alliierten Soldaten gehören zu den lange übersehenen Randfiguren der deutschen Nachkriegsgeschichte. Stigmatisiert als „Feindesbrut“ oder „Hurenkinder“, wuchsen viele von ihnen unter einem dichten Mantel aus Schweigen, Scham und sozialer Ausgrenzung auf. Die Publizistin Monika Dittombée zeichnet in ihrem Buch „Schattenschicksale: Lebenswege der Kriegskinder aus verbotenen Beziehungen – Geschichten des Überlebens“ die Schicksale dieser „Schattenkinder“ nach und gibt damit einer Generation eine Stimme, deren Herkunft in alter Nazi-Manier zum Tabu erklärt wurde. Ihre Geschichten erzählen von einer mühsamen Suche nach Identität – und von einem verdrängten Kapitel deutscher Zeitgeschichte, das bis heute nachwirkt. (JR)
Kinder im Schatten, Kinder behaftet mit einem „Schattenschicksal“, so nennt man Kriegskinder, Kinder, die aus „verbotenen“ Kontakten ihrer Mütter mit dem „Feind“ zwischen 1939 und 1945 stammen, ein bislang historiographisch vernachlässigtes Thema. Die Publizistin Monika Dittombée hat darüber ein berührendes Buch vorgelegt, das Lebensschicksale von mehr als 200.000 Kindern, deren Väter Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter oder Soldaten der alliierten Besatzungstruppen waren, nachzeichnet. Die aus solchen „verbotenen“ Liaisons hervorgegangenen Kinder waren unerwünscht. Im Nachkriegsdeutschland wurden sie vielfach als „Bastarde“, „Hurenkinder“ oder als „Feindesbrut“ diffamiert, verhöhnt, ausgegrenzt, nicht selten misshandelt oder verleugnet. Derartige harsche Wortkeulen veranschaulichen die Art negativer gesellschaftlicher Einstellungen, die zugleich den Zeitgeist nach 1945 widerspiegeln.
Es passte in das ideologisch vom „Arierprinzip“ geprägte NS-Deutschland mit seiner kodifizierten Rassedoktrin, dass während des Krieges jedwede sexuellen Kontakte zwischen deutschen Frauen und „Fremdvölkischen“ bei Androhung härtester Sanktionen verboten waren. Doch allen Verboten zum Trotz gab es diese Kontakte, ob aus Gewalt oder auch aus Liebe. Manche Frauen entschieden sich für eine Abtreibung, die ebenfalls strafbar war. Einige Fälle von Kindstötungen sind dokumentiert.
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