Zog nit keynmol az du geyst dem letstn veg: Gedenken an den Aufstand im Warschauer Ghetto

© JAAP ARRIENS / NURPHOTO / NURPHOTO VIA AFP

Am 19. April 1943 erhoben sich die Juden des Warschauer Ghettos zum Aufstand gegen die Nationalsozialisten. Äußerst schlecht bewaffnet, vielfach nur mit wenigen, mühsam beschafften Waffen, aber mit dem verzweifelten Mut einer ganzen Armee, widersetzten sie sich ihrer Deportation in die Vernichtungslager. Bereits rund 280.000 Menschen waren zuvor verschleppt und ermordet worden. Unter der Führung von Mordechaj Anielewicz leisteten die Kämpfer aus der ZOB, insbesondere aus dem Bunker in der Mila 18, erbitterten Widerstand. Über vier Wochen hinweg hielten sie der deutschen Übermacht stand – länger, als es regulären Armeen unter ähnlichen Bedingungen möglich gewesen wäre. Unterstützung von außen blieb weitgehend aus, doch der Wille zum Widerstand war ungebrochen. Trotz der unausweichlichen Niederlage wurde der Aufstand der letzten Überlebenden des Ghettos zu einem der eindrucksvollsten Symbole jüdischer Selbstbehauptung und bewaffneten Widerstands. Das Gedenken an die jüdischen Kämpfer und Märtyrer des Warschauer Ghettos ist ein bleibendes Fanal – für Mut, Würde und die ungebrochene Widerstandskraft des jüdischen Volkes. (JR)

Von Alexander Kumbarg

Zweiter Weltkrieg, besetztes Polen, Warschau... Die Juden bekamen das Naziregime unmittelbar zu spüren, fanden sich in der schlimmsten Situation wieder: Entlassungen aus staatlichen und öffentlichen Einrichtungen, ein Meer von Verboten aller Art, die ihnen die Bewegungsfreiheit in der Stadt und ihren Lebensunterhalt nahmen, demütigende Erkennungsarmbänder am Ärmel...

Ein Jahr nach der Besetzung der polnischen Hauptstadt, im Oktober 1940, führte der „Schutz der arischen Bevölkerung vor den Juden" zur Einrichtung eines Ghettos. Etwa eine halbe Million Menschen - Juden aus Warschau und Zehntausende aus anderen Teilen Polens - wurden dort zusammengepfercht. Es war verboten, dieses Gebiet zu verlassen. Ansonsten war es ein Gefängnis, ein Konzentrationslager, mit Schlägen und Erschießungen. Auch Polen durften das Ghetto nicht ohne eine Sondergenehmigung betreten. Polizeistreifen fingen diejenigen ein, die versuchten, über die Mauer zu kommen, schlugen sie und töteten sie.

An der Spitze des Ghettos stand der Judenrat, das so genannte „Organ der Selbstverwaltung", das die Befehle der Nazis ausführte. Es gab auch eine jüdische Polizei mit Uniformen und Gummiknüppeln, die oft ihre eigenen Leute schlug und beraubte. Sie sorgten für „Recht und Ordnung". Die Ordnung war schrecklich - gnadenlose Essensrationen, Mangel an Kleidung, Brennstoff und notwendigen Medikamenten, überfüllte Wohnungen, Sklavenarbeit in den Fabriken, die SS und die Gendarmen konnten leicht jeden Menschen, den sie trafen, schlagen oder töten. Oder sie organisierten für sich selbst besondere Veranstaltungen und zwangen die Menschen, vor ihnen zu tanzen.

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