50 Jahre Operation Entebbe: Israels Antwort auf Terror und Juden-Hass

Die Geiseln des Air-France-Airbus-Fluges feiern am 7. Juli 1976 in Tel Aviv ihre Rückkehr nach Israel.© - IPPA / AFP

Am 27. Juni 1976 entführten Terroristen der PFLP gemeinsam mit deutschen Linksterroristen der Revolutionären Zellen ein Air-France-Flugzeug nach Entebbe in Uganda. Dort selektierten vor allem die deutschen Terroristen die jüdischen Passagiere — ein Wort, das in diesem Zusammenhang seine volle historische Last trägt, umso mehr, als dieses Verbrechen erneut auch von Deutschen begangen wurde. Während die Welt zuschaute, verhandelte und kapitulierte, handelte Israel. In einer der kühnsten Militäroperationen der Geschichte befreite die israelische Armee in der Nacht zum 4. Juli 1976 — dem 200. Jahrestag des amerikanischen Independence Day – die Geiseln aus über 4.000 Kilometern Entfernung. Der einzige gefallene israelische Soldat war der Kommandant des Einsatzes, Oberstleutnant Yonatan Netanyahu, Bruder des heutigen Ministerpräsidenten Israels. Drei Geiseln kamen im Kreuzfeuer ums Leben. Eine weitere Geisel, Dora Bloch, die sich im Krankenhaus befand, wurde auf persönlichen Befehl des Diktators Idi Amin und seiner Terrorkomplizen ermordet. Entebbe war nicht nur eine Militäroperation — es war die Botschaft eines seit 2.000 Jahren verfolgten Volkes: Seit der Gründung des Staates Israel ist das jüdische Volk nicht mehr wehrlos, und es lässt seine Menschen niemals im Stich. (JR)

Von Dmitri Semenow

Am 27. Juni 1976 wurde ein Flugzeug der französischen Fluggesellschaft Air France, das auf der Strecke Tel Aviv–Paris mit Zwischenlandung in Athen unterwegs war, von bewaffneten Terroristen entführt und über Bengasi nach Uganda geflogen. Die Terroristen forderten im Austausch für die Geiseln die Freilassung „palästinensischer“ Terroristen und Gesinnungsgenossen aus dem Gefängnis. In der Nacht vom 3. auf den 4. Juli landeten Kommandos der israelischen Spezialeinheiten mit Transportflugzeugen auf dem Flughafen Entebbe und befreiten den Großteil der verbliebenen Geiseln.

 

Unter dem Banner des Marxismus-Leninismus

Die Drahtzieher dieses grausamen Verbrechens waren Terroristen der Volksfront zur Befreiung Palästinas – Auslandsoperationen (PFLP-EO) unter Wadie Haddad – einer linksradikalen, militarisierten Organisation, die sich für eine panarabische sozialistische Revolution, die Schaffung eines unabhängigen „palästinensischen“ Staates und die Vernichtung des jüdischen Staates Israel einsetzt. Die PFLP ist in den USA, Kanada, Japan, Israel und der EU als terroristische Organisation eingestuft. Diese Vereinigung wurde im Dezember 1967 unter maßgeblicher Führung von George Habasch aus mehreren Gruppen gegründet: der „Palästinensischen Befreiungsfront“, den „Helden der Rückkehr“ und der „Rächenden Jugend“. Ahmad Jibril, ein ehemaliger Hauptmann der syrischen Armee, spaltete sich 1968 von der PFLP ab und gründete das PFLP-Generalkommando. Die PFLP war Mitglied der „Palästinensischen Befreiungsorganisation“ und zählte mehrere hundert Kämpfer. Sie verfügte über Zellen im Libanon und in Europa und wurde zeitweise von verschiedenen arabischen Staaten unterstützt.

Vor der Entführung in Entebbe verübten „palästinensische“ Terrororganisationen in den 1970er Jahren zahlreiche Anschläge gegen Israelis und Juden. Die PFLP und insbesondere ihr Auslandsapparat unter Wadie Haddad waren für internationale Flugzeugentführungen und Anschläge berüchtigt. Das Massaker von Ma’alot im Mai 1974 wurde jedoch nicht von der PFLP, sondern von der „Demokratischen Front zur Befreiung Palästinas“ verübt. Auch andere Anschläge jener Jahre sind nicht pauschal der PFLP zuzurechnen. Die Idee, den Terrorkrieg gegen Israel über dessen Grenzen hinaus zu tragen, stammte vom PFLP-Strategen Wadie Haddad, und er war es auch, der die Operation mit dem Namen „Entebbe“ ausarbeitete.

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