Der Sturz des Schahs 1979 - Die Horror-Ehe zwischen revolutionären Marxisten und radikalen Islamisten

Der Schah von Persien, Mohammad Reza Pahlavi, musste am 16. Januar 1979 den Iran verlassen. © WIKIPEDIA
Der Sturz des Schahs im Jahr 1979 war das Ergebnis einer folgenschweren ideologischen Verblendung – auch im Westen. Während sich deutsche APO-Aktivisten und Teile der internationalen Linken im revolutionären Überschwang gegen den vermeintlich „reaktionären“ Monarchen positionierten, unterschätzten sie die Kräfte, die sie damit erst stark machten: radikale Islamisten um Ayatollah Khomeini. Ausgerechnet jene, die sich als Speerspitze von Fortschritt und weiblicher Emanzipation verstanden, bereiteten einer frauenfeindlichen theokratischen Diktatur den Weg. Die kurzsichtige Allianz zwischen marxistischen Revolutionären und islamischen Fanatikern entpuppte sich als verhängnisvolle „Horror-Ehe“ – deren Folgen den Iran bis heute prägen. Was als Kampf gegen einen angeblichen Despoten begann, dem man vor allem seine Nähe zum Westen übel nahm, mündete in der Errichtung eines der rückschrittlichsten, repressivsten und frauenfeindlichsten Regime der Gegenwart. (JR)
Ein eklatantes Beispiel dafür, wie die deutsche APO (außerparlamentarische Opposition) Ende der sechziger Jahre, und später die gesamte Westlinke, mit ihrem linksextremistischen schlauen Bauch und ihrer hybriden Selbstüberschätzung die fatal falschen Weichen gestellt haben, die nur wenige Jahre später, 1979, mit zu einer weltpolitischen Katastrophe, nämlich zu dem heute noch herrschenden islamistischen Terror - Regime im Iran geführt haben, war die damals völlig irregeleitete Einschätzung der Verhältnisse im Iran.
Wie in unserem Buch „So macht Kommunismus Spaß“ beschrieben, hatten die von Rudi Dutschke angeführten „Pop - Revolutionäre“, wie wir sie genannt haben, in der Bundesrepublik, im Juni 1967 den Schah von Persien, Mohammad Reza Pahlavi, als dieser zusammen mit seiner Frau Farah (Diba) Pahlavi, Anfang Juni 1967 Deutschland besuchte, für ein paar Wochen zu ihrem absoluten Hassobjekt erkoren.
In diesem Sinne hatte der iranische Intellektuelle Bahman Nirumand, der zusammen mit anderen persischen Auslandsstudenten in Deutschland 1960 die „Konföderation Iranischer Studenten“ (CIS/NU) in Heidelberg mitbegründet, eine marxistisch-maoistische Gruppierung, die sich dem „Sturz des Schah-Regimes durch revolutionären Kampf“ verschrieben hatte, die westdeutsche Studentenbewegung angeheizt, gegen den Schah mobil zu machen.
Zur Erinnerung: Die im Wohlstand aufgewachsenen, über Nacht sozialistisch-kommunistisch gewordenen bundesdeutschen Studenten, die seit 1966 nach dem Vorbild der maoistischen Rotgardisten in China kulturrevolutionär deutsche Universitäten besetzten, den „Neuen Menschen“ ausriefen, auf der Seite des Stalinisten Ho Tschih Minh gegen den Krieg in Vietnam protestierten, träumten damals in einem demokratischen, satten, aufstrebenden Westdeutschland von „Stadtguerilla“ und Befreiungsbewegungen in der Dritten Welt und Revolution. Die Ikonen der krawalligen Studenten waren Staatsterroristen wie Che Guevara, Fidel Castro und Mao Tse Tung.
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