Merz spricht die Sprache der Feinde Israels

© RALF HIRSCHBERGER / AFP

Friedrich Merz belehrt Israel über sogenannte „Siedlergewalt” und übernimmt damit ausgerechnet jene Begriffe, mit denen Europas antiisraelische Moralbürokratie jüdisches Leben in Judäa und Samaria seit Jahrzehnten delegitimiert. Bereits der Begriff „Westjordanland” ist Teil einer politischen Geschichtsfälschung — er verschweigt Hebron, Schilo, Beit El und die jahrtausendealte jüdische Verwurzelung in diesem Land und erklärt Juden zu Fremden in ihrer eigenen Geschichte. Während Israel seit dem 7. Oktober 2023 gegen Hamas, Hisbollah und das iranische Vernichtungsregime um sein Überleben kämpft, gefällt sich der deutsche Kanzler in billiger und brandgefährlicher Distanzierung. Eine deutsche Politik, die „Nie wieder” sagt, aber jüdische Selbstverteidigung moralisch maßregelt, verrät Deutschlands historische Verantwortung und offenbart eine beschämende Doppelmoral. Wer jüdisches Leben in seiner historischen Heimat infrage stellt und zugleich die eigentlichen Angreifer und Brandstifter des Konflikts aus dem Blick verliert, fördert nicht den Frieden — sondern stärkt jene Kräfte, die Israels Existenz und die Sicherheit seiner Bürger bedrohen. (JR)

Von Julian M. Plutz

Es gehört inzwischen zum festen Ritual europäischer Politik im Allgemeinen und deutscher Politik im Speziellen: Sobald Israel sich verteidigt, sobald Juden nicht mehr Opfer, sondern handelnde Subjekte der Geschichte sind, beginnt in Berlin, Paris oder Brüssel das große Moralisieren. Der jüdische Staat wird belehrt, gemaßregelt und verurteilt. Erst neulich beschwerte sich in einer Diskussion ein wohl situierter Deutscher, der längst steuererleichtert im Ausland lebt, über die sogenannte Siedlergewalt. Für ihn sei das Verhalten der Israelis nichts anderes als „Krieg“, da dort auch Menschen „erschossen werden“ würden. Und natürlich, wie könnte es auch anders sein, meldete sich auch Friedrich Merz pflichtschuldig zu Wort. Die Gewalt einiger radikaler Siedler im sogenannten „Westjordanland“ habe ein „beispielloses Ausmaß“ erreicht, erklärte der deutsche Bundeskanzler laut WELT. Man müsse das „klar verurteilen“.

Doch bevor Herr Merz den moralischen Richter spielt, sollte er vielleicht zuerst verstehen, worüber er überhaupt spricht. Denn bereits der Begriff „Westjordanland“ ist Teil einer politischen Geschichtsfälschung. Die Region heißt historisch Judäa und Samaria. Dort liegen Hebron, Bethlehem, Schilo und Beit El – Orte jüdischer Geschichte Jahrtausende vor der Entstehung des Islam oder irgendeiner „palästinensischen“ Nationalbewegung. Abraham kaufte in Hebron das Grab der Patriarchen. König David regierte dort. In Schilo stand jahrhundertelang das jüdische Heiligtum.

Sie können diesen Artikel vollständig in der gedruckten oder elektronischen Ausgabe der Zeitung «Jüdische Rundschau» lesen.

Vollversion des Artikels

€ 1,75 inkl. MwSt.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Hier können Sie

die Zeitung abonnieren,
die aktuelle Ausgabe oder frühere Ausgaben kaufen
oder eine Probeausgabe der Zeitung bestellen,

in gedruckter oder elektronischer Form.

Vollversion des Artikels

€ 1,75 inkl. MwSt.
Zugang erhalten

Sehr geehrte Leser!

Die alte Website unserer Zeitung mit allen alten Abos finden Sie hier:

alte Website der Zeitung.


Und hier können Sie:

unsere Zeitung abonnieren,
die aktuelle oder alte Ausgaben bestellen
sowie eine Probeausgabe bekommen

in der Druck- oder Onlineform

Unterstützen Sie die einzige unabhängige jüdische Zeitung in Deutschland mit Ihrer Spende!

Werbung


Alle Artikel
Diese Webseite verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Mehr dazu..
Verstanden