Friedrich Merz: diplomatische Bankrotterklärung bei der Münchner Sicherheitskonferenz

Friedrich Merz bei der Münchner Sicherheitskonferenz© MICHAEL BIHLMAYER / POOL / AFP

Bundeskanzler Friedrich Merz eröffnete die 62. Münchner Sicherheitskonferenz als erster Bundeskanzler mit einer Rede, die bewusst als Antwort auf die historische Rede von J.D. Vance 2025 und die Trump-Politik gedacht war. Der farblose Verwalter Merz wurde von US-Außenminister Marco Rubio überschattet, der in München zeigte, wie man Weltpolitik gestaltet. Friedrich Merz wollte ein Signal der Geschlossenheit senden – stattdessen offenbarte er die strategische Orientierungslosigkeit der Bundesregierung. Sein Auftritt wirkte nicht staatsmännisch, sondern provinziell und ohne tragfähige Konzepte für die sicherheitspolitischen Umwälzungen seit dem 7. Oktober 2023. Während die USA ihre Grenzen sichern, ihre Energiepolitik neu ausrichten und militärische Handlungsfähigkeit demonstrieren, blieb der Bundeskanzler jede substanzielle Antwort auf Migration, Deindustrialisierung und Verteidigungsfähigkeit schuldig. Besonders fatal war neben der inhaltlichen Differenz gegenüber Washington der diplomatische Bruch, der das transatlantische Vertrauensverhältnis öffentlich infrage stellte. (JR)

Von Collin McMahon

Um 9 Uhr an diesem lauen Freitagmorgen fährt Merz‘ Limousinen-Konvoi unter Polizeischutz vor dem Bayerischen Hof vor. Während die anderen geladenen Gäste in der Schlange für die Security bis auf den Promenadeplatz stehen, darunter Tagesschau-Moderator Ingo Zamperoni, darf Merz gleich über den roten Teppich in die Lobby des altehrwürdigen Münchener Hotels staksen, das Stauffenberg-Verbündeter Ewald von Kleist und Verteidigungsminister Franz Joseph Strauß seit 1962 zum jährlichen Branchentreff der Militärs und Geheimdienste machten.

2008 übernahm Diplomat Wolfgang Ischinger die Leitung der Sicherheitskonferenz, 2025 übernahm Heiko Maas‘ ehemaliger UNO-Gesandter Christoph Heusgen, den das Simon Wiesenthal Center aufgrund seines israelfeindlichen Abstimmungsverhaltens 2019 zum „Antisemiten des Jahres“ erklärt hatte. Der glücklose Heusgen lud die größte deutsche Oppositionspartei, die AfD, und den iranischen Kronprinzen Reza Pahlavi letztes Jahr von der SiKo aus und bekam vom US-Vizepräsidenten J.D. Vance den Kopf gewaschen. Heusgen nahm darauf unter Tränen seinen Abschied, also musste dieses Jahr der 79-jährige Ischinger wieder einspringen, der AfD-Abgeordnete und Kronprinz Pahlavi wieder einlud.

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