Lästige „Brüder“: Wie Araber die sogenannten „Palästinenser“ ausgrenzen und diskriminieren

Das Leid, das Araber ihren arabisch-„palästinensischen“ „Brüdern“ beispielsweise im Irak antun, interessiert die Weltöffentlichkeit interessanterweise nicht. Der jüdische Staat Israel hingegen behandelt seine „palästinensischen“ Bürger trotz deren oft sehr feindseligen Haltung weitaus besser und bietet ihnen im Gegensatz zu den arabischen Ländern sogar die Staatsangehörigkeit an.

Mustafa Al-Kadhimi, Premierminister des Irak.© STEFANIE LOOS / AFP / POOL

Von Khaled Abu Toameh (Redaktion Audiatur)

Ob die Iraker die Einladung angenommen haben, ist noch nicht bekannt. Klar ist jedoch, dass der Irak zu den vielen arabischen Ländern gehört, in denen die „Palästinenser“ weiterhin diskriminierenden Maßnahmen und Gesetzen ausgesetzt sind.

Schlimmer noch, es scheint, dass die irakischen Behörden gegen die wenigen tausend „Palästinenser“, die noch im Irak leben, eine Politik der ethnischen Säuberung betreiben.

Einem aktuellen Bericht zufolge, verlangen die irakischen Behörden neuerdings, dass „Palästinenser“, die den Irak für einen Zeitraum von mehr als drei Monaten verlassen, ein Einreisevisum beantragen.

Ein Mitglied des irakischen Parlaments sagte dem panarabischen Medienkanal Al-Araby Al-Jadeed, das irakische Außenministerium hätte eine Direktive in Umlauf gebracht, die die Rückkehr jedes „Palästinensers“ verhindert, der sich länger als drei Monate außerhalb des Irak aufhält, es sei denn, er oder sie erhält ein Einreisevisum von einer irakischen Botschaft.

Der ungenannte Abgeordnete erklärte, die Verordnung verlange von „Palästinensern“ eine Erklärung, weshalb er oder sie länger als drei Monate außerhalb des Iraks verbracht habe. Die neue Maßnahme, fügte er hinzu, gelte auch für „Palästinenser“, die im Irak geboren wurden.

Einige „Palästinenser“, die beim irakischen Konsulat in Istanbul ein Einreisevisum beantragt haben, um in ihre Heimat im Irak zurückkehren zu können, seien abgewiesen worden, teilte der irakische Abgeordnete mit: „Dies ist eine unmoralische Entscheidung, die mit den Slogans, die der Irak zur Unterstützung der palästinensischen Frage aufgestellt hat, unvereinbar ist“.

Die neue Maßnahme bedeutet, dass Hunderte von „Palästinensern“, die den Irak aus diversen Gründen, einschließlich medizinischer Behandlung oder Ausbildung, verlassen haben, es nun schwer haben werden, in ihre Heimat zurückzukehren. Diese „Palästinenser“, die nie die irakische Staatsbürgerschaft erhalten haben, werden im Ausland zu Flüchtlingen. Die Zahl der im Irak lebenden „Palästinenser“ ist von etwa 40.000 – vor der US-Invasion im Irak 2003 – auf weniger als 4.000 zurückgegangen.

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