Israel: Wenn linke Aktivisten unter Burnout leiden

Daphne Netanyahu ist Chefredakteurin von Maraah, einer hebräischsprachigen Online-Wochenzeitung, Ehefrau des Autors Iddo Netanyahu und Schwägerin des israelischen Ministerpräsidenten. 
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Wenn linker politischer Aktivismus zum Selbstzweck wird und der Kampf gegen die gewählte israelische Regierung zur identitätsstiftenden Lebensaufgabe gerät, offenbart sich ein bemerkenswertes Phänomen: der erschöpfte Aktivist, der unter seinem eigenen moralischen Anspruch zusammenbricht. Ein „Leitfaden gegen Burnout“ soll nun jene stützen, die sich im vermeintlich höheren Dienst an Demokratie und Gerechtigkeit verausgaben. Doch zwischen den Zeilen wird deutlich, dass es weniger um das Gemeinwohl als um die Pflege des eigenen „Ichs“ geht. Während an Israels Grenzen reale Bedrohungen bestehen und der jüdische Staat täglich, auch in vermeintlichen „Friedenszeiten“, vor sicherheitspolitischen Herausforderungen steht, kreist ein Teil der Linken um Selbstverwirklichung und utopische Zukunftsbilder. (JR)

Von Daphne Netanyahu

Zwei Punkte sind mir im „Leitfaden für Demonstranten: So vermeiden Sie Burnout, Depressionen und Orientierungslosigkeit“ aufgefallen, der im Oktober 2020 veröffentlicht wurde. Die Autorin Daphne Leaf widmet sich zwar in erster Linie der psychischen Verfassung der von ihr so genannten „Aktivisten“. Ihre Ausführungen weisen jedoch auf ein tiefer liegendes, breiteres Phänomen hin.

Sie schreibt an ihre Mitstreiter: Ihr habt euch aus unterschiedlichen Gründen engagiert. Wahrscheinlich gehört dazu die Sehnsucht nach Sinn, die Suche nach den eigenen Fähigkeiten. Der Wunsch, etwas Gutes zu tun, etwas Großes. Euch selbst zu verwirklichen. Das, was in euch steckt, freizusetzen, aus der Reihe zu tanzen, das Abenteuer zu suchen.

Wenn das zutrifft, dann ging es zumindest einem Teil der „Aktivisten“ weniger um konkrete, sich immer wieder wandelnde politische Ziele als um die Suche nach Halt und Bedeutung außerhalb ihrer selbst. Über die Leere und Orientierungslosigkeit, die darin zum Ausdruck kommen – und die gewiss nicht auf alle Protestierenden zutreffen –, ließe sich viel sagen. Entscheidend ist jedoch der Anspruch, „etwas Gutes“ zu tun, „etwas Größeres als das Leben“.

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