Türkei: Neue sunnitische Machtachse ist Sicherheitsrisiko für Israel

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan gilt als Unterstützer der terroristischen Muslimbruderschaft und der Hamas.© RASIT AYDOGAN / ANADOLU / ANADOLU VIA AFP
Während der Iran im Nahen Osten sichtbar an Einfluss verliert, formiert sich in der Region eine neue sunnitische Machtachse unter Führung der Türkei. Ankara nutzt das strategische Vakuum, um seinen regionalen Führungsanspruch offensiv auszubauen – politisch, militärisch und mit langfristigen nuklearen Ambitionen. Zugleich arbeitet Präsident Erdoğan daran, Israel diplomatisch zu isolieren und seinen Einfluss bis in die „palästinensische“ Arena hinein auszubauen. Für Israel entsteht damit die Gefahr, nicht mehr nur einem geschwächten und damit umso aggressiveren Mullah-Regime, sondern einer selbstbewussten, koordiniert agierenden sunnitischen Front gegenüberzustehen, die seine sicherheitspolitische Handlungsfreiheit spürbar einschränken könnte. (JR)
Hochrangige Beamte in Jerusalem äußern tiefe Besorgnis über die wachsende regionale und internationale Bedeutung der Türkei, die durch die Unterstützung von US-Präsident Donald Trump gestärkt wird, sowie über das offensichtliche Bestreben Ankaras, sich als nuklear bewaffnete Regionalmacht zu positionieren, da es die ersten Anzeichen einer Erosion des iranischen Regimes wahrnimmt.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sprach bereits 2019 öffentlich über die Möglichkeit von Atomwaffen. Bei einer Kundgebung der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung in Sivas erklärte er am 4. September desselben Jahres, dass die Türkei Bestrebungen habe, Atomwaffen zu erwerben.
„Wir können eine Situation nicht akzeptieren, in der Großmächte über Atomwaffen verfügen, während der Türkei solche Fähigkeiten verwehrt bleiben“, sagte Erdoğan.
Er verwies pointiert auf Israel und argumentierte, dass dessen Besitz solcher Waffen es vor Druck von außen schütze und Gegner abschrecke.
Am 9. Februar 2026 wiederholte der türkische Außenminister Hakan Fidan diese Linie in einem Interview mit CNN und erklärte, dass die Türkei die weiterreichenden strategischen Auswirkungen eines Beitritts zum regionalen Atomwaffenwettlauf prüfe. Fidan bekräftigte zwar, dass die Türkei derzeit kein aktives Atomwaffenprogramm habe und weiterhin Unterzeichner des Nichtverbreitungsvertrags sei, bezeichnete die nukleare Fähigkeit jedoch als eine hochrangige strategische Frage, die im „größeren Zusammenhang“ geprüft werden müsse.
Derzeit konzentriert sich die Türkei auf den Bau ihres ersten von drei geplanten zivilen Kernkraftwerken. Israelische Sicherheitsbeamte argumentieren jedoch, dass Erdoğan rasch daran arbeite, Israel diplomatisch zu umzingeln.
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