China hebelt Sanktionen aus: 400 Milliarden aus Fernost für den Iran

Teheran und Peking einigen sich auf einen Megadeal für die kommenden Jahre. Beobachtern zufolge erhält der Iran damit eine wirtschaftliche Atempause, während China seinen Einfluss in Nahost erhöht. Für Israel erhöht sich die vom Iran ausgehende atomare Gefahr erheblich und das Mullah-Regime kann sich mit neuem Geld versehen nach innen stabilisieren.

Irans Außenminister Javad Zarif (links) mit seinem chinesischen Kollegen Wang Yi bei Verhandlungen in Teheran am 27. März 2021© AFP

(Israelnetz) Der Iran und China haben am Samstag ein Abkommen zu einer „umfassenden strategischen Zusammenarbeit“ in den kommenden 25 Jahren unterzeichnet. Anlass ist das 50-jährige Bestehen diplomatischer Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Teil des Deals sind auch gemeinsame Militärübungen.

Der chinesische Außenminister Wang Yi war zur Unterzeichnung nach Teheran gereist. Sein iranischer Amtskollege Mohammed Sarif betonte, die diplomatischen Beziehungen zwischen den Ländern seien zwar 50 Jahre alt, doch die Beziehungen zwischen den beiden Zivilisationen währten schon Jahrhunderte.

Geldmengen für Teheran

Am Montag lobte Sarif China zudem als „Freund in schwierigen Zeiten“, wie die staatliche Nachrichtenagentur „Tasnim“ berichtet. Damit spielte er auf die „grausamen Sanktionen“ gegen sein Land an. Laut einem Bericht der „New York Times“ investiert China 400 Milliarden US-Dollar in den Iran, unter anderem in Form von Infrastrukturprojekten, und erhält dafür Öl zu Tiefpreisen.

Nach Einschätzung der amerikanischen Zeitung könnte der Deal Chinas Einfluss in Nahost stärken. Der Deal erschwere auch die amerikanischen Versuche, den Iran zu isolieren. Der bis dahin letzte Vertrag zwischen dem Iran und einer größeren Macht kam 2001 zustande. Damals unterzeichneten Teheran und Moskau ein auf mehrere Jahre angelegtes Kooperationsabkommen, das auch den Bereich Nukleartechnologie beinhaltete.

 

Folgen für Israel

Der neue Deal bedeutet nach Ansicht der israelischen Zeitung „Ha‘aretz“ eine „Verschnaufpause“ für den Iran. Die Sanktionen im Verbund mit der Corona-Krise hätten den Iran zu dem Deal praktisch gedrängt. Israel müsse nun vorsichtig mit Blick auf Kooperationsprojekte mit China sein. Es gelte zu vermeiden, dass sensible Informationen über China in den Iran gelangten.

Der „Jerusalem Post“ zufolge wollen die beiden Länder mit dem Deal ihre Eigenwilligkeit gegenüber dem Westen unter Beweis stellen. China könne damit sein Anliegen fördern, außenpolitisch mehr Einfluss zu nehmen. „Diese Politik sorgt für Bedenken von Australien bis Frankreich und insbesondere in den USA.“

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