Wadephul-Portrait für jede deutsche Botschaft: Deutschlands Außenpolitik im Zeitalter der Ich-Inszenierung

Ein Portrait von Außenminister Johann Wadephul soll künftig in allen deutschen Botschaften hängen.
Außenminister Johann Wadephul hat offenkundig nicht nur das von Annalena Baerbock politisch grün gefärbte Auswärtige Amt übernommen, sondern auch deren ausgeprägten Hang zur eitlen Selbstinszenierung. Künftig soll sein Porträt in deutschen Auslandsvertretungen hängen – offiziell, um den „Zusammenhalt“ zu stärken. Was nach harmloser Verwaltungsroutine klingt, wirft bei näherem Hinsehen Fragen nach Amtsverständnis, Prioritäten und politischer Reife auf. Denn in der Diplomatie sind Symbole niemals neutral, sondern stets ein Spiegel dessen, was politische Führung von sich selbst hält. In Zeiten, in denen sich die Bundesrepublik außenpolitisch immer mehr selbst in die Isolation manövriert, wären mehr Demut und Besonnenheit angebracht. Stattdessen positioniert sich Deutschland mit israelkritischen Äußerungen einmal mehr auf der falschen Seite der Geschichte. (JR)
Man hat ja gedacht, nach Annalena Baerbock, der Trampolin-Ikone und ungekrönten Königin der Selbstdarstellung auf TikTok könne es nicht schlimmer kommen. Und tatsächlich hat sie wirklich alles getan, um in punkto Eitelkeit ohne nennenswerte politische Auswirkung die einsame Spitze der Weltpolitik zu erklimmen. Denken wir nur an die wunderbaren Fotos vom Strand des nächste Woche bestimmt versinkenden Palau: Annalena im Sommerkleid, wie sie barfuß mit dem „Großen Onkel“ Halbkreise in den südseeischen Sand malt, nachdenklich, völlig in sich versunken. Das waren Bilder, die um die Welt und Umwelt gingen. Das konnte nicht einmal der einsame Robert Habeck im Wintermäntelchen toppen, wie er nachdenklich ganz allein mit sich und seinen Gedanken und nur von einem guten Dutzend Pressefotografen in Auschwitz am Stacheldrahtzaun entlang streift. Aber der war auch nur Misswirtschaftsminister und kein Außenminister, auch, wenn er sich als solcher identifiziert haben mag.
Doch dann kam, kaum war Deutschland die beiden politischen Giganten los, der in der Verfassung nicht vorgesehene Johann Walter David Rudolf „Jo“ „Hier siehts ja schlimmer aus als 1945“ Wadephul (zwischendurch, weil es immer wieder falsch gemacht wird: Der wird WadeFul, nicht WadePuhl ausgesprochen). Ein Mann wie eine knorrige Eiche, mit der außenpolitischen Erfahrung einer Zauneidechse. Ein Mann in der würdigen Nachfolge von Heiko Maas. Ein Mann, von dem niemand weiß, was sein Kosmetiker oder sein Photograph kosten, von dem niemand weiß, was sein Schneider beruflich macht.
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