Curtis Yarvin über Macht, Liberalismus und das Ende westlicher Selbsttäuschung

Der US-amerikanische Denker, Essayist und Softwareentwickler Curtis Yarvin.


In den USA wird er von Linken und Woken dämonisiert, von Tech-Eliten verehrt und von grün-linken Mainstream-Medien gefürchtet. Der US-amerikanische Essayist und Softwareentwickler Curtis Yarvin stammt aus einem liberal-jüdischen Elternhaus – und hat sich doch früh von den Trugbildern eines linken Moral-Universalismus verabschiedet. Damit ist er einer der schärfsten Denker unserer Zeit, da er nicht nur die tendenziöse politische Ordnung des Westens infrage stellt, sondern auch deren religiös überhöhten Wahrheitsanspruch. Besonders bei jüdischen Intellektuellen, die sich mit Israels realpolitischer Klarheit mehr identifizieren als mit westlichem Erlösungswahn, trifft er einen Nerv. JR-Autor Filip Gašpar traf Curtis Yarvin exklusiv zum Gespräch – über politische Souveränität, jüdische Identität und die Illusion eines moralisch neutralen Westens. (JR)

Von Filip Gašpar

Curtis Yarvin ist ein US-amerikanischer politischer Denker, Essayist und Softwareentwickler, der für sein Konzept der „Kathedrale“ bekannt ist, seine Beschreibung des informellen Verbunds von Medien, Wissenschaft und Bürokratie im modernen Westen. Unter dem Pseudonym Mencius Moldbug wurde er in den 2000er Jahren zu einer der prägenden Stimmen der neoreaktionären oder postliberalen Bewegung. Yarvin verbindet historische Gelehrsamkeit mit Ironie und intellektueller Unabhängigkeit und argumentiert, dass die westliche Demokratie zu einer Verwaltungsordnung erstarrt ist und dass eine echte Erneuerung eine Rückkehr zu den Grundprinzipien von Autorität und Legitimität erfordert.

Sie kommen aus einem jüdischen Umfeld, schreiben aber oft mit auffälliger Distanz zum liberalen jüdischen Mainstream. Wie hat das Judentum – kulturell, historisch oder metaphysisch – Ihre Sicht auf Macht, Geschichte und Souveränität beeinflusst?

Da meine jüdischen Großeltern dogmatische Kommunisten waren, versuchten sie, jede Spur jüdischer Religion oder Tradition aus ihrem Leben zu tilgen. Für sie war das alles Aberglaube. Marx war ihr Gott und Stalin sein Prophet. Mir wurde erzählt, dass mein Großvater gegen Ende seines Lebens zu einigen religiösen Ideen zurückkehrte, aber ich habe das nicht miterlebt und kann es mir nur schwer vorstellen.

Andererseits lässt sich nicht leugnen, dass es so etwas wie ein „jüdisches revolutionäres Temperament” gibt. Ob es kulturell oder biologisch bedingt ist, kann die Wissenschaft nicht sagen. Da das Judentum sowohl eine Religion als auch eine Rasse ist, spielt das überhaupt eine Rolle?

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