Israel und Somaliland: Demokratie, Werte und Legitimität
Israel setzt mit der Anerkennung Somalilands als erstes Land ein bewusstes Gegenzeichen zur ritualisierten Feigheit internationaler Diplomatie. Während viele westliche Hauptstädte Stabilität predigen, aber funktionierende Ordnungen ignorieren, handelt Jerusalem nach klassischer realpolitischer Vernunft und stärkt einen verlässlichen Partner am Horn von Afrika. Die Entscheidung von Benjamin Netanjahu folgt dem Geist der Abraham-Abkommen: Demokratien müssen einander anerkennen, bevor Extremisten Fakten schaffen. Somaliland steht – wie Israel – für Eigenstaatlichkeit, Widerstandskraft und Ordnung ohne fremde Vormundschaft. Eine Zusammenarbeit der beiden Länder stärkt zudem die Allianz gegen den islamischen Terror in der Region.
Israel ist seit 1948 ein souveräner, international anerkannter Staat. Somaliland ist noch nicht so weit, obwohl es das schon längst sein sollte. Diese Verzögerung sagt viel mehr über die Zurückhaltung der internationalen Gemeinschaft aus als über die Legitimität Somalilands.
Israel und Somaliland haben mehrere Dinge gemeinsam, die selten und von großer Bedeutung sind. Erstens verstehen wir den Wert wahrer Freundschaft. Für viele Nationen sind Verbündete eine Selbstverständlichkeit. Für Israelis – und für Juden im Allgemeinen – ist dies niemals selbstverständlich.
Zweitens sind Israel und Somaliland kleine Minderheiten, die von Feindseligkeit umgeben sind und nicht nur ums Überleben kämpfen, sondern auch um Wohlstand. Israel ist der einzige jüdische Staat der Welt und die einzige Demokratie in einer Region, die weitgehend von autoritären arabischen und muslimischen Regimes dominiert wird. Gleichzeitig ist Somaliland eine funktionierende Demokratie, umgeben von Nicht-Demokratien, die täglich für ihre Freiheit, Legitimität und ihr Recht auf Existenz als souveräne Nation kämpft.
Extremismus macht keinen Unterschied
Wir haben auch gemeinsame Feinde. Dieselben radikalen Ideologien, die Israel zerstören wollen, bedrohen die Stabilität und den Fortschritt in Somaliland sowie in der gesamten Region am Horn von Afrika. Der Extremismus macht keinen Unterschied zwischen Juden in Tel Aviv und Demokraten in Hargeisa. Er bekämpft Pluralismus, Souveränität und Selbstbestimmung, wo immer sie auftreten.
Israel hat daher zwingende Gründe, als erste Nation Somaliland anzuerkennen.
Erstens ist der Aufbau neuer Allianzen für Israel nicht nur ein Interesse, sondern ein Prinzip, eine Leidenschaft und eine strategische Notwendigkeit. Der jüdische Staat versteht, was es bedeutet, ausgeschlossen, ignoriert oder auf dem Altar der diplomatischen Zweckmäßigkeit geopfert zu werden.
Zweitens versteht Israel besser als die meisten anderen, was es bedeutet, Jahrzehnte auf eine Anerkennung zu warten, die eigentlich selbstverständlich sein sollte. Anerkennung ist kein Geschenk, sondern eine Bestätigung der Realität. Wie Israel in seinen Anfangsjahren hat Somaliland Institutionen aufgebaut, sein Volk verteidigt, Wahlen abgehalten und verantwortungsvoll regiert, ohne die Privilegien, die eine Anerkennung mit sich bringt.
Die Anerkennung Somalilands wäre nicht nur moralisch richtig, sondern auch strategisch klug. Es wäre ein Signal, dass Demokratie, Stabilität und Selbstbestimmung nach wie vor wichtig sind, und würde eine Partnerschaft zwischen zwei Nationen schaffen, die den Preis der Widerstandsfähigkeit und den Wert des Zusammenhalts kennen. Der Staat Israel weiß, was es bedeutet, der Realpolitik „zum Opfer zu fallen“ – seiner legitimen Rechte und einer sicheren Zukunft beraubt zu werden. Wir kennen den Preis diplomatischer Zurückhaltung, die als Pragmatismus getarnt ist.
Notwendige Sicherheitszusammenarbeit
Drittens geht von dieser Region eine sehr reale und wachsende Bedrohung aus – eine Bedrohung nicht nur für Israel oder Somaliland, sondern für eine ganze Lebensweise. Die Houthis haben dies durch ihre dreisten Angriffe im Roten Meer deutlich gezeigt, indem sie den internationalen Schiffsverkehr gestört und den globalen Handel untergraben haben. Wir haben auch gesehen, wie ballistische Raketen aus dem Jemen bis nach Israel abgefeuert wurden. Dies sind keine lokalen Bedrohungen. Es handelt sich um strategische Herausforderungen für die regionale und globale Sicherheit.
In diesem Zusammenhang ist die Sicherheitszusammenarbeit zwischen Israel und Somaliland keine Hypothese, sondern eine Notwendigkeit. Eine solche Allianz würde dazu beitragen, Schaden von Somaliland selbst abzuwenden und gleichzeitig zur Sicherheit Israels und der von den USA geführten internationalen Ordnung beitragen. Die geografische Lage Somalilands bietet einen bedeutenden strategischen Vorteil, der genutzt werden kann, um unsere gemeinsamen Werte voranzubringen.
Nachdem ich viel über Somaliland gelernt und das Land und einige seiner Führungskräfte, darunter meinen Co-Autor, kennengelernt habe, bin ich stolz darauf, Somaliland als neuen Freund Israels bezeichnen zu können. Diese Partnerschaft basiert nicht nur auf gemeinsamen Interessen, sondern auch auf gemeinsamen Werten, Widerstandsfähigkeit und demokratischem Geist.
Mögen unsere beiden Nationen gemeinsam gedeihen.
Botschafter Kaysar Maxamed ist Diplomat und vertritt Somaliland in Brüssel. Sein Schwerpunkt liegt darauf, die Anerkennung der Unabhängigkeit Somalilands durch die Europäische Union zu erreichen und die Beziehungen zu EU-Beamten zu pflegen.
Yifa Segal ist Expertin für internationales Recht und internationale Beziehungen. Sie gründete das International Legal Forum, eine gemeinnützige Organisation, die weltweit mit Tausenden von Fachleuten aus dem Rechtsbereich zusammenarbeitet, um Terrorismus, Antisemitismus und die Delegitimierung Israels zu bekämpfen.
Sehr geehrte Leser!
Die alte Website unserer Zeitung mit allen alten Abos finden Sie hier:
alte Website der Zeitung.
Und hier können Sie:
unsere Zeitung abonnieren,
die aktuelle oder alte Ausgaben bestellen
sowie eine Probeausgabe bekommen
in der Druck- oder Onlineform

Werbung











