CSU-Stiftung entsendet grünen Israelfeind in ihre marokkanische Dependance

Die CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung schickt einen Grünen-Politiker mit islamistischen Positionen als Büroleiter nach Marokko. Selbst die geschwisterlich verbundene Konrad-Adenauer-Stiftung wundert sich.

Würde sich wohl im Grabe umdrehen, wenn er von diesem Fall erführe: CSU-Übervater Franz Josef Strauß© WIKIPEDIA

Von Alexander Wallasch (Tichys Einblick)

Eine Stiftung, die gar keine ist, sondern ein Verein. Eine Stiftung, die weitestgehend aus Steuermitteln finanziert wird. Eine Stiftung, die bitte trotzdem keine Pressefragen zu umstrittenen Personalien beantworten möchte … Was für ein Verein ist das eigentlich?

 

Hanns-Seidel-Stiftung mit umstrittener Personalie

Die Rede ist hier von der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung und die Personalie ist Dr. Mounir Azzaoui, seit neuestem Leiter des Büros der Stiftung in Marokko. Der Hanns-Seidel-Verein erhält gemeinsam mit fünf anderen Stiftungen (nur eine ist juristisch Stiftung) der im Bundestag vertretenen Parteien aus Bundesmitteln 581 Millionen Euro pro Jahr (Stand 2018) zum Zwecke der politischen Bildung. Die CSU-Veranstaltung allein erhält fast 60 Millionen – es sind Steuergelder. Auch die AfD will nach Erfüllung der restriktiven Formalien Zugang zum Geldtopf.

Auf Anfrage von „Tichys Einblick“ will die Hanns-Seidel-Stiftung leider keine Auskunft geben über die Einsetzung eines Mannes als Leiter des Büros in Marokko, der seit Jahren mit einer Reihe konservativ- bis radikalislamischer Positionen aufgefallen ist bzw. die Nähe zu solchen Positionen immer wieder wiederholt. Die Hanns-Seidel-Stiftung hatte vorab die Gelegenheit leider nicht genutzt, entsprechende Fragen zu Azzaoui aus dem Weg zu räumen, die ihr von TE zugesandt wurden. Es kam folgende Antwort zurück:

„… beachten Sie bitte, dass sich die Hanns-Seidel-Stiftung grundsätzlich nicht zu Einzelheiten in Personalangelegenheiten äußert.“

 

In einem von zwei Telefongesprächen wird sich der Pressesprecher später auf eine Fürsorgepflicht berufen, dann will er Azzaoui doch noch ins Gespräch holen, auch die Leitung der Hanns-Seidel-Stiftung soll darüber informiert worden sein, so der Sprecher, aber zuletzt will man wohl erst einmal abwarten, was die andere Seite präsentiert. Schattenboxen also im Wohlfühlschatten eines ziemlich üppigen Berges aus Steuergeldern.

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