„Nakba-Camp“ auf der Moorweide: Israelhass am historischen Deportationsort

Israelhasser durften an dem Ort campieren, von dem aus einst Juden, Sinti und Roma in die Todeslager deportiert wurden. © BIRGIT GÄRTNER
Auf der Moorweide in Hamburg, jenem Ort, von dem aus die Nationalsozialisten Juden in die Vernichtungslager deportierten — von dieser Stelle aus wurden Tausende Hamburger Juden in den Tod geschickt —, haben israelfeindliche Aktivisten ein sogenanntes „Nakba-Camp” errichtet. Unter dem Deckmantel „palästinensischer“ Solidarität werden dort offen israelfeindliche und antisemitische Parolen skandiert, darunter Aufrufe zur Intifada. Die Wahl dieses Ortes ist kein Zufall — sie ist eine bewusste Provokation, eine Verhöhnung der jüdischen Opfer und ein Schlag ins Gesicht jedes Menschen, dem die Erinnerung an die Shoah etwas bedeutet. Hamburgs links-grüne politische Klasse schaut weg. (JR)
„Ich möchte Euch dazu einladen, Euch umzuschauen und vorzustellen, wie hier zwischen 1941 und 1943 jüdische Menschen auf der Moorweide standen, ein bisschen wie wir gerade. Vielleicht sind Menschen vorbeigelaufen und haben sich gefragt, was die da machen, so wie die da hinten“, erinnerte Jakob von „Chesed – Jüdische Hochschulgruppe Hamburg“ an die leidvolle Erfahrung seiner Vorfahren und deutete mit dem Finger auf unbeteiligte Besucher im Park. Ein paar Hundert Menschen hatten sich dort am Sonntag, den 10. Mai 2026 zu einer Protestkundgebung unter dem Motto „Kein Nakba-Camp auf der Moorweide“ zusammengefunden. In Sichtweite das „Bridges of Resistance“-Camp und auf der anderen Seite gingen Unbeteiligte einfach nur spazieren.
Die Moorweide, ein großer begrünter Platz gegenüber vom Dammtor-Bahnhof, war vor etwas mehr als 80 Jahren der Platz, auf dem Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma zusammengetrieben wurden, um in die Todeslager transportiert zu werden. Rund 6.000 Menschen haben dort insgesamt gestanden und niemand hat ihnen geholfen. „Vielleicht wurden sie sogar beschimpft“, mutmaßte Jakob.
„Intifada Generation“ stand an einem der Zelte, die im Rahmen des „Bridges of Resistance“-Camps auf der Hamburger Moorweide aufgebaut waren, „Intifada“ bedeutet nichts anders als Gewalt gegen Juden und Israelis, um diese zu liquidieren oder mindestens zu vertreiben und den Staat Israel Geschichte werden zu lassen. Anders formuliert: „Intifada“ ist eine klare Absage an das Existenzrecht des Staates Israel und eine Androhung von Gewalt an dessen Bewohnerinnen und Bewohner sowie unterdessen gegen Jüdinnen und Juden weltweit. Zumindest sofern diese einen positiven Bezug zu Israel haben, bzw. sich nicht klar vom Judenstaat distanzieren.
Das wurde seitens der Organisatoren indes abgestritten: "Es ist keine Provokation und keine in Frage Stellung des jüdischen Gedenkens, weshalb wir ein gutes Recht darauf haben, unser Grundrecht wahrzunehmen und hier protestieren zu dürfen", zitierte der NDR in einer Radiosendung Nikodem Kaddoura. "Wir sind keine Antisemiten und was wir hier machen, ist Kritik an der Regierung Israels und die in den Vordergrundstellung des Leides der Palästinenser*innen."
Daran kamen selbst dem NDR Zweifel: „Gleichzeitig wurden bei der Vorstellung des Programms auf Nachfrage allerdings das Existenzrecht Israels bestritten sowie Zionismus mit Faschismus gleichgesetzt“, heißt es auf dessen Webseite.
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