„Sozialismus des 21. Jahrhunderts“: Öl-Land Venezuela muss iranisches Benzin importieren

Die Beziehungen zwischen Maduros Venezuela und dem Holocaustleugner-Regime der Mord-Mullahs werden immer enger.

Dieser iranische Öltanker liegt in Venezuela im Hafen von Puerto Cabello vor Anker.© Venezuelan Ministry of Popular Power for Communication (MINCI) AFP

Von Stefan Frank

Ein absurdes Schauspiel: Fünf iranische Tanker mit Benzin sind dieser Tage in Venezuela eingetroffen, das Regime in Caracas feiert. Dabei hat Venezuela die größten Ölreserven der Welt.

Doch nach mehr als zwei Jahrzehnten „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ funktioniert nichts mehr in dem einst modernsten Land Südamerikas. Es fehlt an elektrischem Strom, Lebensmitteln, Medikamenten und allem anderen. Wenn aus den Wasserhähnen in der Hauptstadt Caracas überhaupt einmal etwas Wasser kommt, dann ist es schlammig, nicht gechlort und darum so verseucht, dass man krank wird, wenn man es trinkt. Abkochen lässt es sich nicht, denn dafür bräuchte man Gas, und das gibt es in Venezuela auch schon lange nicht mehr, ebenso wenig wie Zahnpasta, Seife oder Toilettenpapier.

Und seit einiger Zeit hat das ölreichste Land der Welt eben auch kein Benzin mehr. Warum ist das so ernst, wo es ja auch an allem anderen mangelt? Am Treibstoff hängen die gesamte Wirtschaft und Gesellschaft; ohne Benzin und Diesel können keine Güter und Personen mehr bewegt werden, und die Landwirtschaft kommt zum Erliegen. Das Leben stände also buchstäblich still, und der Hunger, der in Venezuela ohnehin grassiert, würde lebensbedrohlich.

 

Öl als politische Überlebensgarantie

Zudem hatten die Venezolaner über viele Jahrzehnte die niedrigsten Benzinpreise der Welt, das Tanken war quasi umsonst. Da ist eine Benzinknappheit besonders schwer vermittelbar. Selbst in Bolivien, das kaum eigene Ölquellen hat, wäre der damalige Präsident Evo Morales schon im Dezember 2010 beinahe aus dem Amt gejagt worden, als er die Benzinsubventionen kürzen wollte (danach wurde er nie wieder so populär wie zuvor).

Benzin ist in Lateinamerika das, was in der arabischen Welt das Weißbrot ist: Wenn es nicht in ausreichender Menge zu niedrigem Preis zur Verfügung steht, wird es für die Regierung brenzlig.

Wie ernst die Lage in Venezuela ist, zeigt ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters: Das Raffinerienetz des staatlichen Ölkonzerns Petroleos de Venezuela (PDVSA) könne 1,3 Millionen Barrel Kraftstoff pro Tag (bpd) produzieren, heißt es darin. Doch „nach Jahren der Unterinvestition und mangelnder Wartung verarbeiteten diese Raffinerien laut einem internen PDVSA-Dokument im März nur 101.000 bpd Rohöl und produzierten im März nur 7.000 bpd Benzin.“

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