Framing statt Fakten: Der Mitwisser-Vorwurf gegen Netanjahu – die älteste Leier der Welt

Kurz vor der israelischen Wahl verbreiten zwei erklärte Netanjahu-Gegner von „Haaretz" die unbelegte Behauptung, der Ministerpräsident sei vor dem Massaker vom 7. Oktober gewarnt worden. Deutsche Mainstream-Medien greifen die Anschuldigung allzu gerne auf und machen aus anonymem Gerede eine vermeintliche Enthüllung — wenige Wochen vor dem Wahltag, versteht sich. Die Verantwortung für den Massenmord trägt jedoch allein die Terror-Bande Hamas samt ihren jubelnden gazanischen Mittätern. Wer das Opfer zum heimlichen Mitwisser erklärt, entlastet damit die Täter und bedient die älteste antisemitische Verschwörungstheorie der Welt, wie es beispielsweise die Protokolle der Weisen von Zion bereits taten. Es ist stets dieselbe Leier: Der Jude, so heißt es seit Jahrhunderten, habe es vorher gewusst — bei der Pest, beim Brunnen, bei der Bank. Nun also beim Massenmord an den eigenen Leuten. Keine noch so abstruse Behauptung ist den Judenhassern zu schäbig, wenn es darum geht, Juden zu diffamieren und zu dämonisieren. (JR)
Seit zwei Haaretz-Schreiber – Netanjahus altgediente Spinnefeinde vom linken Rand des israelischen Blätterwaldes, die seit Jahren an nichts so fleißig arbeiten wie an seinem Sturz – ein sogenanntes Enthüllungsbuch mit unübersehbarem Vorsatz, dem Premier zu schaden und die Wahl zu drehen, in den Wahlkampf geworfen haben, wird sie wieder angeworfen, die älteste Leier der Welt. Und sie dringt neuerdings bis in die Kommentarspalten dieser Zeitung – hineingetragen von jenen dem Judentum ewig übelwollenden Zeitgenossen, zumeist arabischer oder islamischer Provenienz, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, kein Stück dieses Blattes unbegeifert zu lassen, und die für die Abladung ihres Schmutzes zuverlässig den Weg ausgerechnet in eine jüdische Zeitung finden: Netanjahu habe vom 7. Oktober gewusst. Netanjahu habe ihn geschehen lassen. Netanjahu habe sich sein Massaker gleichsam selbst bestellt, um eskalieren zu können. Wer so etwas schreibt, glaubt vermutlich auch, der Blitz schlage ein, weil der Baum es so wollte.
Schuld sind allein die Bestien der Hamas
Damit eines von vornherein und ein für alle Mal klarsteht, egal, was noch geschrieben, behauptet oder „enthüllt" wird: Für das Massaker an den Juden Israels vom 7. Oktober gibt es genau einen Schuldigen – die Bestien der Hamas und ihre Gazaner Unterstützer, und das waren nicht einige wenige, das waren nahezu alle: die johlenden Massen auf den Leichenwagen-Routen, die Süßigkeiten-Verteiler, die Spalier-Steher, die Geiselverstecker in den „zivilen" Wohnungen. Nicht Netanjahu. Nicht Israel. Die Mörder – und die, die ihnen zujubelten und bis heute zujubeln. Punkt.
Und ehe der nächste Taschenspielertrick aufgeführt wird – der vom angeblichen „Genozid" in Gaza: Ein Genozid ist es, wenn sechs Millionen Juden industriell ausgelöscht werden und mit ihnen die ganze jiddische Welt Osteuropas; wenn von den dreieinhalb Millionen Juden Polens neun von zehn ermordet sind. Was in Gaza stattfindet, ist etwas völlig anderes: Israels Verteidigungskrieg gegen den bestialischen Angriffskrieg, den die Hamas mit ihrem Überfall vom 7. Oktober eröffnet hat – und den sie über zwei Jahre um jeden einzelnen Tag verlängerte, an dem sie ihre Geiseln nicht herausgab; mit den furchtbaren Folgen, die jeder Krieg hat, zumal gegen einen Feind, der sich hinter den eigenen Frauen und Kindern verschanzt und dessen „Opferzahlen" die eigenen Terroristen gleich als Zivilisten mitzählen. Wer für Kriegstote das Wort der Shoah stiehlt, klagt nicht an – er relativiert den Holocaust im Namen der Mörder.
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