Salomos Tempel: Das verlorene Heiligtum des jüdischen Volkes

Jerusalem. Tempel Salomos. M. Merian. Blatt aus der Ausgabe der Icones Biblicae von 1626.© israelfacesplaces.blogspot.com

Der Salomonische Tempel war weit mehr als ein monumentales Heiligtum: Er verkörperte die Einheit des jüdischen Volkes, den Bund mit G-tt und Jerusalem als ewiges geistiges Zentrum Israels. Nach biblischer Überlieferung wurde der Erste Tempel unter König Salomo auf dem Berg Morija errichtet; sein Allerheiligstes barg die Bundeslade und machte ihn zum erhabensten Ort jüdischer Gottesverehrung. Als die Babylonier Jerusalem 587/586 v. Chr. eroberten, den Tempel niederbrannten und große Teile der Bevölkerung verschleppten, trafen sie das Herz der jüdischen Nation. Doch selbst Exil und Zerstörung vermochten die Bindung an Jerusalem nicht auszulöschen: Mit der Rückkehr unter persischer Herrschaft und dem Bau des Zweiten Tempels begann die religiöse und nationale Erneuerung des jüdischen Volkes. (JR)

Von Dmitri Semenow

Mit dem Bau des Salomonischen Tempels wurde nach traditioneller biblischer Chronologie um das Jahr 966 v. Chr. in Jerusalem begonnen. Nach dem Zweiten Buch der Chronik erhob er sich auf dem Berg Morija. Im Sommer 587/586 v. Chr. wurde der Tempel von babylonischen Truppen unter König Nebukadnezar II. zerstört und niedergebrannt. Ein bedeutender Teil der jüdischen Bevölkerung des Königreichs Juda wurde in mehreren Wellen gewaltsam nach Babylonien verschleppt. Das Babylonische Exil dauerte, je nachdem, ob man die erste Deportation von 597 v. Chr. oder die Zerstörung Jerusalems zugrunde legt, etwa fünf bis sechs Jahrzehnte. Die Deportationen waren eine Reaktion der babylonischen Großmacht auf die wiederholten Aufstände ihrer judäischen Vasallenkönige. Nach der Eroberung Babylons durch den persischen König Kyros II. im Jahr 539 v. Chr. wurde den Verschleppten die Rückkehr nach Juda und der Wiederaufbau des Tempels gestattet. Mehr über diese tragischen Ereignisse in der Geschichte des jüdischen Volkes und über den Wiederaufbau des Zweiten Tempels erfahren Sie im Folgenden.

 

Der Bauplatz in Jerusalem

Vor der Eroberung durch David lebten in Jerusalem und den umliegenden Bergregionen Kanaans die Jebusiter. Die befestigte Siedlung auf dem südöstlichen Höhenrücken Jerusalems wird in der Bibel auch Jebus genannt. König David eroberte die Stadt, machte Jerusalem zur Hauptstadt seines Reiches und begründete dort nach biblischer Überlieferung das politische Zentrum des vereinigten Königreichs Israel. Er besiegte die Philister, doch nahm er ihnen die Bundeslade nicht selbst ab. Die Philister hatten sie bereits Generationen zuvor an die Israeliten zurückgegeben. Sie befand sich später in Kirjat-Jearim, von wo David sie nach Jerusalem bringen und in einem eigens für sie errichteten Zelt aufstellen ließ. In der Lade wurden nach biblischer Überlieferung die steinernen Tafeln des Bundes aufbewahrt.

Sie können diesen Artikel vollständig in der gedruckten oder elektronischen Ausgabe der Zeitung «Jüdische Rundschau» lesen.

Vollversion des Artikels

€ 1,75 inkl. MwSt.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Hier können Sie

die Zeitung abonnieren,
die aktuelle Ausgabe oder frühere Ausgaben kaufen
oder eine Probeausgabe der Zeitung bestellen,

in gedruckter oder elektronischer Form.

Vollversion des Artikels

€ 1,75 inkl. MwSt.
Zugang erhalten

Sehr geehrte Leser!

Die alte Website unserer Zeitung mit allen alten Abos finden Sie hier:

alte Website der Zeitung.


Und hier können Sie:

unsere Zeitung abonnieren,
die aktuelle oder alte Ausgaben bestellen
sowie eine Probeausgabe bekommen

in der Druck- oder Onlineform

Unterstützen Sie die einzige unabhängige jüdische Zeitung in Deutschland mit Ihrer Spende!

Werbung


Alle Artikel
Diese Webseite verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Mehr dazu..
Verstanden